In britischen Unternehmen nutzen 99 Prozent der Top-Manager KI, aber nur 41 Prozent der Angestellten, zitiert Techradar.com eine Studie von Adobe. Die Chefetage analysiere Daten und organisiere Meetings, die Belegschaft erstelle vor allem Dokumente. Ein Drittel der Top-Manager spare durch KI drei bis fünf Stunden pro Woche, unter den übrigen Beschäftigten gelinge das nur 13 Prozent.
KI-Nutzung konzentriert sich auf Führungsebene
Eine von Adobe Acrobat veröffentlichte Studie zeigt eine deutliche Schieflage beim Einsatz von KI in britischen Unternehmen. Nach Angaben von Techradar.com nutzen 99 Prozent der C-Suite entsprechende Werkzeuge, während es unter Beschäftigten ohne Managementfunktion nur 41 Prozent sind. Die Differenz betrifft dabei nicht allein die Verbreitung, sondern auch die Qualität der Nutzung: Führungskräfte setzen KI häufiger für analytische und organisatorische Aufgaben ein, die unmittelbarer in Entscheidungen und Produktivität einzahlen.
Besonders sichtbar wird der Abstand bei den Anwendungsfällen. Nicht leitende Beschäftigte verwenden KI vor allem für das Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten; dieser Zweck wird mit 17 Prozent als häufigster genannt. In der Führungsebene ist das Spektrum breiter und anspruchsvoller. Dort dienen die Tools unter anderem der Datenanalyse, die 35 Prozent nennen, dem Meeting- und Aufgabenmanagement mit 33 Prozent sowie dem Marketing mit 25 Prozent. Damit entsteht ein Arbeitsalltag, in dem KI oben stärker als Steuerungs- und Effizienzwerkzeug eingesetzt wird, während sie in anderen Teams häufiger bei grundlegenden Text- und Dokumentenaufgaben bleibt.
Produktivitätsgewinn ist ungleich verteilt
Die unterschiedliche Nutzung schlägt sich direkt in der Zeitersparnis nieder. Laut Adobe geben 37 Prozent der Top-Manager an, durch KI drei bis fünf Stunden pro Woche zu sparen. Unter Wissensarbeitern liegt dieser Anteil lediglich bei 13 Prozent. Adobe deutet diese Lücke als Hinweis darauf, dass Zugang, Know-how und Unterstützung bei der Einführung je nach Beschäftigtengruppe unterschiedlich ausgeprägt sein können. Für Unternehmen ist das relevant, weil Produktivitätsgewinne sonst vor allem dort entstehen, wo ohnehin mehr Ressourcen, Entscheidungsbefugnisse und Schulungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich beim Vertrauen in den Umgang mit Dokumenten. 74 Prozent der C-Suite sind bereit, Unterlagen mit KI-Systemen zu teilen. Unter den übrigen Beschäftigten fühlen sich damit nur 20 Prozent wohl. Als zentrale Hürden bleiben Sicherheits- und Datenschutzbedenken bestehen; sie werden in der Studie mit 22 Prozent genannt. Adobe empfiehlt deshalb, zunächst niedrigschwellige Anwendungsfälle einzuführen, etwa Zusammenfassungen von Meetings, E-Mails oder kollaborativen Arbeitsprozessen. Solche Aufgaben können administrative Belastungen verringern und Beschäftigten praktische Erfahrungen ermöglichen.
Für die Einführung im breiteren Unternehmen reicht technische Verfügbarkeit allein nicht aus. Nötig sind klare Regeln zu Transparenz, Datenschutz und Datensicherheit sowie verständliche Beispiele, wie KI im Arbeitsalltag konkret entlastet. Die Studie macht damit vor allem eine Umsetzungslücke sichtbar: Während nahezu die gesamte Führungsebene bereits KI nutzt, bleibt die Mehrheit der übrigen Belegschaft zurück. Der nächste Prüfpunkt liegt bei den Unternehmen selbst: Sie müssen klären, wie aus punktueller Nutzung ein organisationsweiter Einsatz wird, solange 22 Prozent Sicherheits- und Datenschutzbedenken als Hindernis nennen.
