90 Prozent aller Betrugsversuche laufen über das Smartphone, zitiert Techradar.com eine Studie von BioCatch. Die häufigste Masche sei der Kaufbetrug, auf den ein Drittel aller Versuche entfalle. Der Bankbetrug sei in einem Jahr um 35 Prozent gewachsen, weil sich vom Handy aus Geld bequem überweisen lasse. Liebesbetrug habe um 23 Prozent zugelegt. Am schmerzhaftesten sei der Anlagebetrug, der pro Fall 6.600 Dollar koste.
Eine neue BioCatch-Studie, über die Techradar.com berichtet, zeigt eine deutliche Verschiebung digitaler Betrugsversuche auf mobile Geräte. Demnach laufen 90 Prozent aller Scams inzwischen über das Smartphone. Der Grund liegt nahe: Mobile Banking-Apps ermöglichen schnelle Überweisungen, während Betrüger ihre Opfer mit psychologischem Druck, Vertrauenstaktiken und scheinbar plausiblen Geschichten zur Zahlung bewegen.
Besonders verbreitet ist der Kaufbetrug. Er macht laut der Studie ein Drittel aller Versuche aus und bleibt damit die häufigste Masche. Parallel nimmt der Bankbetrug stark zu: Innerhalb von zwölf Monaten stiegen entsprechende Versuche um 35 Prozent. Betrüger setzen dabei weniger auf technische Einbrüche in Konten als auf Manipulation der Kontoinhaber. Das Geld wird von den Opfern selbst überwiesen, weil die Zahlung im Moment der Freigabe als legitim erscheint.
Mobile Banking wird zum bevorzugten Angriffspunkt
BioCatch beschreibt Social-Engineering-Angriffe als anhaltend wirksam und zunehmend professionell. Laut Thomas Peacock, Director of Global Fraud Intelligence bei BioCatch, hat KI die Einstiegshürde für Täter gesenkt. Dadurch könnten überzeugendere Betrugsversuche in größerem Umfang entstehen. Banken reagieren darauf mit Verhaltensanalysen, die Hinweise auf Manipulation oder Zwang erkennen sollen, bevor eine Transaktion autorisiert wird.
Neben Bankbetrug gewinnen weitere Formen an Bedeutung. Liebesbetrug legte im Jahresvergleich um 23 Prozent zu. Anlagebetrug ist zwar nicht die häufigste Variante, verursacht aber die höchsten Schäden: Der durchschnittliche Fallwert liegt bei 6.600 Dollar. Auch Jobbetrug wächst, bei dem Opfer mit hohen Löhnen und beruflicher Zufriedenheit gelockt werden – allerdings gegen Vorauszahlungen oder andere finanzielle Vorleistungen.
Jonathan Frost, Director of Global Advisory bei BioCatch, fasst das Risiko so zusammen: Betrüger müssten nicht in ein Konto eindringen, wenn sie Kundinnen und Kunden dazu bringen könnten, das Geld selbst zu transferieren. Genau darin liegt die Herausforderung für Banken und Sicherheitssysteme: Schutzmaßnahmen greifen oft erst nach dem Schaden, während die Zahlung technisch korrekt ausgelöst wurde.
Prävention rückt stärker in den Mittelpunkt
In einzelnen Ländern gibt es Erstattungsregeln für Opfer solcher Betrugsfälle. Für Großbritannien verweist BioCatch darauf, dass Rückzahlungen zwar finanziell helfen, den Betrug aber nicht verhindern. Der Fokus müsse daher stärker darauf liegen, verdächtige Zahlungen vor der Ausführung zu stoppen. Die zentrale offene Aufgabe bleibt, Manipulation früh genug zu erkennen – besonders bei mobilen Überweisungen, bei denen Betrüger derzeit den größten Hebel haben: 35 Prozent Wachstum beim Bankbetrug in zwölf Monaten.
