Foto: Kundin prüft ein Preisschild an Strickwaren neben weihnachtlich dekorierten Regalen.
© Black Forest Labs / Flux

Herbstlaune statt Kauflaune

2 Min.
Teilen

Das Weihnachtsgeschäft verliert schon vor dem Start an Glanz: Die Konsumlaune hat sich im Oktober nach einem zaghaften Aufwärtstrend deutlich verschlechtert, so das Konsumbarometer des HDE. Die Anschaffungsneigung liege klar unter Vorjahresniveau, die Einkommenserwartung habe spürbar nachgegeben. Die Teuerung bei Energie und Sprit belaste die Verbraucher, die Inflationserwartung klettere weiter. Wirtschaftsforscher und Unternehmen blickten etwas freundlicher auf die Konjunktur, die Verbraucher hingegen seien pessimistisch.

Das Weihnachtsgeschäft startet unter gedämpften Vorzeichen. Nach einem leichten Aufwärtstrend in den Vormonaten hat sich die Verbraucherstimmung im Oktober 2026 deutlich verschlechtert. Das zeigt das aktuelle HDE-Konsumbarometer, das auf eine schwache Stimmung in den kommenden drei Monaten verweist. Eine Belebung des privaten Konsums ist derzeit nicht erkennbar, obwohl die gesamtwirtschaftliche Lage von Wirtschaftsforschungsinstituten und Unternehmen etwas günstiger eingeschätzt wird.

Besonders belastend wirkt die Entwicklung der Anschaffungsneigung. Sie liegt laut HDE deutlich unter Vorjahresniveau und dämpft damit die Erwartungen an das Schlussquartal. Auch die Einkommenserwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher haben spürbar nachgegeben. Viele Haushalte rechnen mit weniger verfügbarem Einkommen und bleiben deshalb vorsichtig bei größeren Ausgaben.

Teure Energie und Sprit belasten die Stimmung

Die schwächere Konsumlaune fällt in eine Phase, in der gestiegene Energiepreise und hohe Spritkosten die Budgets vieler Haushalte belasten. Gleichzeitig erwarten die Befragten weiter steigende Inflationsraten. Damit verstärkt sich der Eindruck, dass höhere laufende Kosten den Spielraum für zusätzliche Käufe einschränken. Für den Handel trübt das die Perspektiven auf das Weihnachtsgeschäft ein.

Ein stabilisierender Faktor bleibt die Sparneigung. Die Befragten planen laut HDE, ihre Sparneigung in den kommenden Wochen nicht weiter zu erhöhen. Das deutet darauf hin, dass die Zurückhaltung zwar anhält, sich aber nicht zwingend nochmals verschärfen muss. Für eine spürbare Erholung der Nachfrage reicht dieser Befund aktuell jedoch nicht aus.

Verbraucher blicken pessimistischer auf die Konjunktur

Auffällig ist die Lücke zwischen gesamtwirtschaftlicher Einschätzung und Verbraucherstimmung. Während Institute und Unternehmen etwas freundlicher auf die weitere Konjunktur blicken, sinken die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher im Monatsvergleich. Der Rückgang des Barometers im Oktober dämpft damit die Hoffnung, dass im letzten Quartal 2026 ein breiter Stimmungsumschwung einsetzt.

Für Unternehmen im Einzelhandel bedeutet das ein schwieriges Umfeld: Die Nachfrage bleibt anfällig, die Kaufbereitschaft ist begrenzt, und hohe Preise prägen weiterhin die Wahrnehmung vieler Haushalte. Besonders die spürbar schlechteren Einkommenserwartungen sprechen dafür, dass Kundinnen und Kunden Ausgaben genauer abwägen und größere Anschaffungen verschieben könnten.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint jeweils am ersten Montag eines Monats. Es basiert auf einer monatlichen Befragung von 1.600 Personen zu Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanzieller Situation und weiteren konsumrelevanten Faktoren. Erstellt wird es vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE. Der Index bildet nicht das aktuelle Kaufverhalten ab, sondern die erwartete Verbraucherstimmung für die kommenden drei Monate.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.