Foto: Kurier legt verpacktes Essen in eine orange Isoliertasche auf einem sauberen Restauranttresen.
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Just Eat Takeaway: Erstes Bestellplus seit 55 Monaten

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Just Eat Takeaway verzeichnet im September erstmals seit 55 Monaten mehr Bestellungen als im Vorjahresmonat, berichtet Thenextweb.com. Das Plus betrage laut einem Aktionärsbrief des Eigentümers Prosus allerdings magere 0,1 Prozent. Als Prosus im Dezember übernahm, seien die Bestellungen noch um neun Prozent geschrumpft. Prosus-Chef Fabricio Bloisi nenne als Hebel Technologie, Logistik, Kundenbindung und Marketing, ein Rezept, das Prosus bereits bei der brasilianischen Schwester iFood angewandt habe.

Just Eat Takeaway meldet einen vorsichtigen Wendepunkt: Im September lagen die Bestellungen erstmals seit 55 Monaten wieder über dem Vorjahreswert, berichtet Thenextweb.com. Das Plus fällt mit 0,1 Prozent jedoch äußerst gering aus. Die Zahl stammt aus einem Aktionärsbrief des Eigentümers Prosus; laut einer regulatorischen Mitteilung wurden die Angaben vom Wirtschaftsprüfer noch nicht geprüft.

Rückkehr ins Wachstum auf niedrigem Niveau

Für Prosus ist die Entwicklung dennoch ein Signal, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen. Als der Konzern im Dezember die Übernahme von Just Eat Takeaway vollzog, sanken die Bestellungen noch um neun Prozent im Jahresvergleich. Eine im Aktionärsbrief gezeigte Kurve weist danach eine schrittweise Verbesserung aus: minus sieben Prozent im März, minus vier Prozent im Juni und schließlich leichtes Wachstum im September.

Prosus-Chef Fabricio Bloisi nennt mehrere Hebel für die Trendwende. Dazu zählen Technologie, Logistik, Produktentwicklung, Kundenbindung und Marketing. Bloisi beschreibt diesen Ansatz als Playbook, das Prosus bereits bei iFood in Brasilien eingesetzt habe. Zugleich ordnet er die Entwicklung als ersten Schritt ein: Die Rückkehr zum Wachstum sei ein wichtiger Meilenstein, das Unternehmen wolle das Wachstum weiter ausbauen.

iFood bleibt der starke Brasilien-Anker

Der Aktionärsbrief stellt Just Eat Takeaway in einen größeren Prosus-Kontext. In Brasilien berichtet Bloisi von einem deutlich verschärften Wettbewerb in den vergangenen 18 Monaten. Wettbewerber würden laut dem Schreiben monatlich rund 150 Millionen Dollar verbrennen und hohe Verluste hinnehmen. Namen nennt der Brief nicht.

iFood hält nach Angaben von Prosus weiterhin rund 80 Prozent des App-Markts in Brasilien. Der Marktanteil sei um etwa fünf Prozentpunkte gefallen. Prosus verweist darauf, dass Marktführer in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien unter vergleichbarem Druck rund 20 Prozentpunkte verloren hätten. Die günstigeren Hits-Produkte von iFood legten gegenüber den vorangegangenen sechs Monaten um 70 Prozent zu. Ähnlich bepreiste Angebote der Konkurrenz verursachten laut Prosus durch Subventionen einen zehnmal höheren Verlust pro Bestellung.

Mehr Investitionen, weniger kurzfristiger Gewinn

Auch außerhalb der Essenslieferung wächst das brasilianische iFood-Ökosystem. Die entsprechenden Geschäftsbereiche steigern ihren Umsatz laut Prosus um fast 50 Prozent pro Jahr und tragen inzwischen rund 40 Prozent des iFood-Umsatzes bei. Insgesamt zählt Prosus in Brasilien 80 Millionen wiederkehrende Kunden.

Bloisi verweist zudem auf weitere Beteiligungen: OLX wachse stark und profitabel, Despegar um mehr als 20 Prozent, PayU arbeite profitabel. Diese Ertragsbasis verschaffe Prosus Spielraum, um stärker in Just Eat Takeaway und iFood zu investieren. Kurzfristige Profitabilität werde bewusst zugunsten eines defensiveren und schneller wachsenden Geschäfts zurückgestellt. Im Juni hatte Prosus berichtet, dass sich der Gewinn im letzten Geschäftsjahr ungefähr verdoppelt habe. Der nächste Prüfpunkt bleibt, ob aus dem September-Plus von 0,1 Prozent ein belastbarer Trend entsteht und wie die noch nicht geprüften Zahlen eingeordnet werden.

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