Die Welthandelsorganisation WTO rechnet 2026 mit 3,9 Prozent Wachstum im Warenhandel statt der bisher erwarteten 1,9 Prozent, berichtet Stern.de. Den Schub liefere vor allem die KI-Nachfrage nach Halbleitern, Rechenzentren und digitaler Infrastruktur. Sie wiege die Folgen der zeitweise gesperrten Straße von Hormus mehr als auf. Den Handel mit Dienstleistungen sehe die WTO dagegen bei 3,3 statt 4,8 Prozent. Vor allem das Geschäft mit Transport und Reisen leide unter den hohen Spritkosten und Flugbeschränkungen.
WTO hebt Prognose für den Warenhandel deutlich an
Die Welthandelsorganisation WTO bewertet die Aussichten für den Welthandel 2026 spürbar optimistischer als zuvor. Für den Warenhandel erwartet sie nun ein Wachstum von 3,9 Prozent, wie Stern.de berichtet. Bislang war die Organisation lediglich von 1,9 Prozent ausgegangen. Damit fällt die Korrektur nach oben erheblich aus und zeigt, dass einzelne Nachfragesegmente den globalen Warenverkehr stärker stützen als bislang angenommen.
Als zentralen Treiber nennt die WTO die Nachfrage rund um KI. Gefragt sind vor allem Halbleiter, Rechenzentren und digitale Infrastruktur. Diese Bereiche sorgen laut Prognose für einen so starken Impuls, dass Belastungen an anderer Stelle überlagert werden. Dazu zählt die zeitweise gesperrte Straße von Hormus, deren Folgen nach Einschätzung der WTO durch den Technologieschub mehr als ausgeglichen werden.
Dienstleistungen entwickeln sich schwächer als erwartet
Während der Warenhandel an Dynamik gewinnt, fällt der Ausblick für den Dienstleistungshandel gedämpfter aus. Hier rechnet die WTO nur noch mit 3,3 Prozent Wachstum. Zuvor hatte die Erwartung bei 4,8 Prozent gelegen. Die Abwärtskorrektur verweist auf eine andere Belastungslage als im Warenverkehr: Vor allem Transport und Reisen stehen unter Druck.
Als Gründe nennt die WTO hohe Spritkosten und Flugbeschränkungen. Beide Faktoren treffen Dienstleistungen, die stark von Mobilität, Transportkapazitäten und internationalem Reiseverkehr abhängen. Der Abstand zwischen der angehobenen Warenprognose und der gesenkten Dienstleistungsprognose macht die unterschiedliche Entwicklung sichtbar. Der globale Handel wächst damit weiterhin, doch die Dynamik verteilt sich ungleich auf Waren und Dienstleistungen.
Für Unternehmen mit internationaler Lieferkette ist die aktualisierte WTO-Prognose vor allem ein Hinweis auf verschobene Wachstumstreiber. Digitale Infrastruktur und die Nachfrage nach Schlüsselkomponenten gewinnen an Gewicht, während transport- und reisebezogene Dienstleistungen langsamer zulegen sollen. Der nächste Prüfpunkt bleibt, ob die erwartete Stärke im Warenhandel bis 2026 trägt und der Dienstleistungshandel bei 3,3 statt 4,8 Prozent bleibt.
