Foto: Forscher legt ein geöffnetes Buch auf einen Flachbettscanner in einer hellen Bibliothek.
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Strenge Datenregeln stutzen KI-Plus um 155 Mrd. Euro

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Erschwert Europa den Zugang zu Trainingsdaten, büßt Deutschland gut ein Drittel seines KI-Potenzials ein, zeigt eine Modellrechnung des Ifo-Instituts. Generative KI könne bis 2034 jährlich 440 Mrd. Euro zusätzliche Wertschöpfung bringen. Bei strengeren Regeln schrumpfe das Plus um 155 Mrd. Euro. Europas größter urheberrechtsfreier Datensatz umfasse zwei bis drei Bio. Tokens, während Spitzenmodelle 15 bis 36 Bio. verarbeiteten. Das Institut fordert, die Text-und-Data-Mining-Ausnahme der EU-Urheberrechtsrichtlinie zu erhalten. Brüssel prüfe sie seit Mai. Schon diese Hängepartie schrecke Investoren ab.

Eine Modellrechnung des Ifo-Instituts warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen, falls Europa den Zugang zu Trainingsdaten für KI-Modelle weiter erschwert. Generative KI könnte Deutschland demnach bis 2034 eine zusätzliche Wertschöpfung von 440 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. Strengere Zugangsregeln würden dieses Potenzial um 155 Milliarden Euro verringern. Das entspricht gut einem Drittel der erwarteten zusätzlichen Wertschöpfung.

Die Zahlen sind ausdrücklich Potenzialabschätzungen und keine Prognosen. Sie beruhen auf einer Studie der Implement Consulting Group in Zusammenarbeit mit dem ifo-Institut, beauftragt von CCIA Europe und Google. Das geschätzte Gesamtpotenzial setzt sich aus drei Quellen zusammen: rund 330 Milliarden Euro durch die breite Nutzung generativer KI, 65 Milliarden Euro durch produktivere Forschung und 45 Milliarden Euro durch die Entwicklung von KI in Deutschland.

Wie strengere Regeln das Potenzial mindern

Die Autoren beschreiben vier Kanäle, über die restriktivere Regulierung wirken würde. Eine langsamere Verbreitung generativer KI könnte 45 Milliarden Euro kosten. Weniger leistungsfähige Modelle schlagen mit 75 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kämen 25 Milliarden Euro durch verlorenes Forschungspotenzial und 10 Milliarden Euro durch geringere Entwicklung in Europa.

Im Zentrum steht der Zugang zu großen, vielfältigen Datenmengen. Leistungsfähige Sprachmodelle benötigen nach Darstellung der Studie deutlich mehr Trainingsmaterial, als in Europa frei verfügbar ist. Der größte urheberrechtsfreie Datensatz Europas umfasst lediglich zwei bis drei Billionen Tokens. Internationale Spitzenmodelle verarbeiten dagegen bereits 15 bis 36 Billionen Tokens.

Text-und-Data-Mining als Streitpunkt

Bisher erlaubt die Text-und-Data-Mining-Ausnahme der EU-Urheberrechtsrichtlinie auch kommerzielle Nutzungen. Das ifo-Institut und die Autoren der Studie plädieren dafür, diese Ausnahme zu erhalten. Ergänzend nennen sie verhältnismäßige Transparenzpflichten, einen praktikablen und weltweit anerkannten Opt-out-Standard sowie freiwillige Lizenzpartnerschaften.

Als Alternative zur zusätzlichen Regulierung der Eingangsdaten verweisen die Autoren auf Vorgaben für Ergebnisse und Anwendungen von KI-Systemen. Damit könnten urheberrechtliche und gesellschaftliche Bedenken adressiert werden, ohne den Aufbau leistungsfähiger Modelle in Europa weiter zu bremsen.

Die Europäische Kommission überprüft die Richtlinie seit Mai 2026. Nach Einschätzung der Autoren verursacht bereits diese Unsicherheit Kosten, weil Investoren Europa meiden. Offen bleibt damit, ob die Text-und-Data-Mining-Ausnahme erhalten bleibt; daran hängt laut Studie ein Potenzial von 155 Milliarden Euro zusätzlicher jährlicher Wertschöpfung.

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