Foto: Labormitarbeiterin legt ein Kunststoffprodukt aus Paketen in eine Analysewanne.
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US-Server, Code-Check, Produkttests: Temus Deal mit Texas

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Temu zahlt Texas drei Mio. Dollar und speichert die Daten texanischer Kunden künftig auf US-Servern, berichtet Retail-News.de. Nach China dürfe der Marktplatz nur noch Daten schicken, die etwa die Bestellabwicklung erfordere. Ein externer Sicherheitsdienstleister solle außerdem den App-Code nach Spionagefunktionen durchkämmen. Würden bei den künftigen jährlichen Tests gefährliche Chemikalien auffallen, verliere der entsprechende Händler samt verbundenen Shops seinen Zugang zu Temu.

Temu hat sich mit dem US-Bundesstaat Texas auf einen Vergleich geeinigt und zahlt drei Millionen US-Dollar. Wie Retail-News.de berichtet, verpflichtet sich der zu PDD Holdings gehörende Online-Marktplatz zugleich zu strengeren Vorgaben bei Datenhaltung, App-Sicherheit und Produktschutz. Temu weist die Vorwürfe weiterhin zurück; die Vereinbarung gilt ausdrücklich nicht als Schuldeingeständnis.

US-Datenhaltung für texanische Kunden

Im Zentrum des Falls standen Vorwürfe, die Temu-App greife unzulässig auf personenbezogene Informationen und Gerätefunktionen zu. Zudem hatten texanische Behörden Bedenken wegen möglicher Datenzugriffe aus China geäußert. Künftig muss Temu personenbezogene Daten texanischer Kunden auf Servern in den Vereinigten Staaten speichern. Übermittlungen nach China bleiben nur eingeschränkt erlaubt, etwa wenn einzelne Informationen für die Bestellabwicklung erforderlich sind.

Die Vorgaben beziehen sich zunächst auf Kunden aus Texas und gelten nicht automatisch für alle Nutzer in den USA. Für internationale Online-Marktplätze zeigt der Fall dennoch, wie stark Datenschutz und staatliche Kontrolle in digitalen Geschäftsmodellen an Bedeutung gewinnen. Bei Verstößen gegen bestimmte Datenschutz- und Sicherheitsauflagen drohen Temu zusätzliche Sanktionen von bis zu acht Millionen US-Dollar pro betroffenem Jahr.

App-Code und Produktsicherheit unter Aufsicht

Ein unabhängiges Cybersicherheitsunternehmen soll den Programmcode der Shopping-App auf mögliche Schadsoftware und Spionagefunktionen prüfen. Damit reagiert der Vergleich auf Sicherheitsbedenken, die Texas bereits im Februar 2026 zu rechtlichen Schritten veranlasst hatten. Ob die beanstandeten Risiken tatsächlich bestanden, wurde durch die Einigung nicht gerichtlich festgestellt.

Zusätzlich sieht die Vereinbarung jährliche unabhängige Produktsicherheitstests vor. Dabei sollen vor allem gefährliche Chemikalien und problematische Materialien in angebotenen Waren identifiziert werden, insbesondere bei Kinderartikeln und Bekleidung. Werden entsprechende Produkte festgestellt, muss Temu sie entfernen, verantwortliche Händler samt verbundenen Shops ausschließen und betroffene Verbraucher in Texas informieren. Für beanstandete Waren sind außerdem vollständige Erstattungen vorgesehen.

Texas ist nach Angaben der Behörden der erste US-Bundesstaat, der entsprechende Vorwürfe gegen Temu durch einen Vergleich beigelegt hat. Weitere Verfahren anderer Bundesstaaten laufen weiter. Offen bleibt, ob sie ähnliche Anforderungen an Datenhaltung, Softwareprüfungen und Verbraucherschutz stellen werden; für Temu stehen nun die Umsetzung der Auflagen und mögliche Folgeverfahren im Fokus.

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