Nur jeder zehnte US-Verbraucher beginnt die Produktsuche mit KI, meldet AlixPartners.com. Unter Generation Z und Millennials liege der Anteil bei 14 Prozent. Als Einstieg in die Suche tauge Social Media kaum, als Kasse dagegen durchaus: Sechs Prozent starteten dort, der Anteil derer, die dort dieses Jahr gekauft haben, liege jedoch bei 81 Prozent. Trotzdem habe Influencer-Werbung für Kunden des Fachhandels seit 2025 ein Drittel ihrer Bedeutung verloren.
Der AlixPartners Consumer Sentiment Index 2026 zeigt ein vorsichtiges Bild der digitalen Produktsuche im US-Modehandel: Nur 10 Prozent der Verbraucher starten ihre Suche derzeit mit KI, bei Generation Z und Millennials sind es 14 Prozent. Laut AlixPartners.com sind die meisten Konsumenten zudem noch nicht bereit, KI-Agenten Modekäufe eigenständig treffen zu lassen. Die Technologie gewinnt damit an Relevanz, bleibt im tatsächlichen Kaufverhalten aber bislang ein früher, begrenzter Einstiegspunkt.
Social Media verkauft, startet aber selten die Suche
Deutlich stärker zeigt sich die Rolle sozialer Kanäle am Ende der Customer Journey. Nur sechs Prozent der Befragten beginnen ihre Produktsuche auf Social Media, doch 81 Prozent haben dort in diesem Jahr mindestens einmal gekauft. Das spricht für eine Verschiebung: Soziale Plattformen funktionieren im Modehandel eher als Kaufumfeld und Transaktionsimpuls denn als primärer Recherchekanal. Gleichzeitig verliert klassische Influencer-Werbung an Gewicht. Bei Kunden des Fachhandels ist ihre Bedeutung seit 2025 um ein Drittel gesunken, während das Interesse an Kooperationen mit Marken zunimmt. AlixPartners verweist dabei auch auf wachsende Skepsis gegenüber digitalen Inhalten und den Vertrauensverlust durch KI-generierten Content.
Preis, Qualität und Verfügbarkeit bleiben zentral
Trotz neuer Technologien erwarten Verbraucher weiterhin solide Handelsgrundlagen. 87 Prozent halten Produktverfügbarkeit für wichtig, 84 Prozent legen Wert auf saubere, leicht navigierbare Geschäfte, und 81 Prozent priorisieren hilfreiche Mitarbeitende im Laden. Innovative Shopping-Technologien kommen dagegen auf 57 Prozent. Für Händler ergibt sich daraus ein Balanceakt: Digitale Fähigkeiten müssen ausgebaut werden, ohne die Basisleistungen zu vernachlässigen.
Parallel steigt der Druck auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. 86 Prozent verlangen, dass Preis und Qualität zusammenpassen; 88 Prozent bewerten transparente Preise als wichtig. Hintergrund ist eine spürbare Verteuerung: Die von AlixPartners analysierten durchschnittlichen beworbenen Vollpreise für Damenbekleidung stiegen in den zwei Jahren bis August 2026 um 15 Prozent. Händler müssen Wert damit klarer belegen, etwa über nachvollziehbare Preise, Qualität und verlässliche Sortimente.
Neue Anforderungen an Größen und Sortimente
Zusätzlich verändert die Nutzung von GLP-1-Medikamenten die Planung im Bekleidungshandel. Unter Käufern von Activewear sank die Bedeutung inklusiver Produktoptionen von 55 Prozent im Jahr 2024 auf 37 Prozent im Jahr 2026. Gleichzeitig stieg die Bedeutung konsistenter Passformen und Größen von 29 Prozent im Jahr 2025 auf 54 Prozent im Jahr 2026. Auch Services wie Änderungen gewannen gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent an Bedeutung. Der Bericht verweist auf Gallup-Daten, wonach 11 Prozent der Amerikaner GLP-1-Medikamente nutzen. Damit werden Passform, Größenlogik und Bestandsplanung zu einem konkreten Prüfpunkt für den Modehandel.
