Foto: Person bestätigt am Küchentisch eine Smartphone-Zahlung neben Paket und verpackten Lebensmitteln.
© Black Forest Labs / Flux

Schwellenländer treiben Online-Umsatz 2036 auf 25,6 Bio. Dollar

3 Min.
Teilen

Der globale Online-Umsatz steigt bis 2036 von elf auf 25,6 Bio. Dollar, berichtet Manilatimes.net. 60 Prozent des Wachstums entfielen auf Schwellenländer, allen voran China und Indien. Allein Asiens Mittelschicht wachse bis dahin um 702 Mio. Erwachsene. Mit Kreditkarte zahle die neue Kundschaft aber selten: Auch in zehn Jahren besitze in Schwellenländern nur jeder fünfte Erwachsene eine. Zahlungen über eine Mobile Wallet seien schon heute verbreiteter.

Der globale E-Commerce steht vor einer deutlichen Verschiebung seiner Wachstumsmärkte. Laut einer Studie von World Data Lab und EBANX, über die Manilatimes.net berichtet, steigen die weltweiten Online-Ausgaben bis 2036 von 11 auf 25,6 Bio. US-Dollar. Der größte Teil des zusätzlichen Geschäfts entsteht außerhalb der etablierten Industriemärkte.

Schwellenländer treiben das Online-Wachstum

Schwellenländer sollen bis 2036 rund 8,7 Bio. US-Dollar an zusätzlichem Online-Umsatz beisteuern. Das entspricht 60 Prozent des neuen Wachstums. An der Spitze stehen China mit einem erwarteten Plus von 4,7 Bio. US-Dollar und Indien mit 1,3 Bio. US-Dollar. Dahinter folgen unter anderem Brasilien, Indonesien und Mexiko mit dreistelligen Milliardenbeträgen.

Besonders stark verändert sich die Nachfragebasis in Asien. Dort wächst die Mittelschicht zwischen 2026 und 2036 um 702 Mio. Erwachsene. Das entspricht drei Vierteln des gesamten Mittelschicht-Wachstums in Schwellenländern. Für internationale Anbieter entstehen damit große Absatzchancen, allerdings unter anderen Zahlungs- und Nutzungsbedingungen als in reifen Märkten.

Kreditkarten verlieren als Leitmodell an Reichweite

Die Studie stellt ein zentrales Muster infrage: Neue Online-Käufer in Schwellenländern verfügen häufig über keine Kreditkarte. Bis 2036 soll dort nur jeder fünfte Erwachsene eine Kreditkarte besitzen. In Industrieländern liegt der Vergleichswert bei 66 Prozent. Gleichzeitig nutzen viele Menschen bereits digitale Zahlarten, Bankkonten oder Mobile Wallets.

Für Payment-Strategien wird diese Lücke zu einem wichtigen Faktor. Weltweit kommen zwischen 2026 und 2036 zwar 834 Mio. neue Online-Käufer hinzu, aber nur 281 Mio. neue Kreditkarteninhaber. In Schwellenländern starten zwei von drei neuen Online-Käufern ohne Kreditkarte. Erwachsene ohne Kreditkarte stehen dort bereits für 55 Prozent der Online-Ausgaben, in Indien sogar für 90 Prozent und in Subsahara-Afrika für 93 Prozent.

Ältere Zielgruppen wachsen besonders dynamisch

Auch die Altersstruktur verschiebt gängige Annahmen über digitale Käufer. Verbraucher ab 45 Jahren stehen laut Studie für 51 Prozent des erwarteten Online-Wachstums in Schwellenländern. Die Altersgruppe ab 65 Jahren legt mit 12 Prozent pro Jahr am schnellsten zu. Wolfgang Fengler, CEO von World Data Lab, verweist darauf, dass diese Gruppe bis 2036 rund 4,4 Bio. US-Dollar an zusätzlichen Online-Ausgaben beisteuert.

Die stärksten Kategorien zeigen zugleich, wo digitale Nachfrage besonders schnell entsteht. Online-Gaming wächst in Schwellenländern jährlich um 14 Prozent, SaaS um fast 10 Prozent. Zudem entfallen 76 Prozent des globalen Wachstums bei Social Media-Ausgaben und 64 Prozent des SaaS-Wachstums auf Schwellenländer.

Mobile Wallets öffnen den nächsten Käuferkreis

Die Daten deuten auf ein großes Reservoir digital aktiver Menschen hin, die bislang noch nicht online einkaufen. Von 2,6 Mrd. Erwachsenen in Schwellenländern mit täglichen Ausgaben zwischen 6 und 25 US-Dollar zahlen bereits 70 Prozent digital bei Händlern, während nur 33 Prozent online kaufen. Daraus ergibt sich ein Potenzial von mindestens 957 Mio. digital aktiven Konsumenten, die noch keine Online-Käufer sind.

Für Anbieter wird der Checkout damit zum Zugangspunkt in neue Märkte. Laut EBANX konkurrieren Händler mit reiner Kreditkartenzahlung faktisch nur um einen kleinen Teil der erwachsenen Bevölkerung in Schwellenländern. Die nächste Messgröße für diese Verschiebung bleibt klar: Bis 2036 werden 834 Mio. neue Online-Käufer erwartet, aber nur 281 Mio. zusätzliche Kreditkarteninhaber.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.