Foto: Hände richten einen Keramikbecher für ein Produktfoto auf einem sauberen Holztisch aus.
© Black Forest Labs / Flux

Etsy: KI darf retuschieren, aber nicht schummeln

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Etsy verlangt für viele Angebote künftig mindestens ein unbearbeitetes Foto des echten Artikels vor realem Hintergrund, berichtet Chip.de. Auch bestehende Angebote seien gegebenenfalls anzupassen. KI-Retusche bleibe erlaubt, solange das Bild die Ware nicht anders zeige, als sie beim Käufer ankomme. Weiche ein Artikel erheblich ab, drohe eine Rückerstattung. Strenger gehe Etsy bei Schnittmustern, Rezepten und Anleitungen vor: Der Inhalt müsse vom Verkäufer stammen, nicht von der KI, dazu gehöre ein Foto eines echten Ergebnisses.

Etsy zieht neue Grenzen für den Einsatz von KI auf seinem Marktplatz. Wie Chip.de berichtet, verlangt die Plattform künftig für viele Angebote mindestens ein unbearbeitetes Foto des echten Artikels vor einem realen Hintergrund. Damit sollen Produktseiten klarer zeigen, was Käufer tatsächlich erhalten. Bearbeitete Bilder bleiben erlaubt, dürfen Aussehen, Qualität oder Beschaffenheit der Ware jedoch nicht verfälschen.

Klare Vorgaben für Produktbilder

Das erste Foto eines Angebots soll eine realistische Darstellung der Ware liefern. Etsy empfiehlt Verkäufern außerdem, in der Artikelbeschreibung transparent zu machen, wenn Bilder mit KI nachbearbeitet wurden. Auch bestehende Angebote müssen gegebenenfalls angepasst werden. Weicht ein Artikel erheblich von den gezeigten Bildern ab und eröffnet ein Käufer einen Fall, kann eine Rückerstattung fällig werden. Für digitale Produkte, Print-on-Demand-Angebote und individuell gefertigte Waren gelten teils besondere Voraussetzungen.

Strenger sind die Regeln bei Schnittmustern, Rezepten und anderen Anleitungen. Die Inhalte müssen von den Verkäufern selbst stammen und dürfen nicht von KI erzeugt sein. Zusätzlich verlangt Etsy ein Foto eines realen Ergebnisses. Damit soll nachvollziehbar bleiben, dass die Anleitung praktisch umsetzbar ist und nicht lediglich als automatisch generierter Inhalt erscheint.

Automatisierte Angebote bleiben verboten

Beim Hochladen neuer Fotos will Etsy Hinweise anzeigen, wenn Systeme möglicherweise KI-generierte Bilder erkennen. Vollständig automatisiert durch Bots erstellte Artikelseiten bleiben untersagt und können entfernt werden. Käufer sollen verdächtige Angebote zudem über einen zusätzlichen Meldegrund anzeigen können. Diese Meldungen sollen helfen, irreführende KI-Nutzung auf dem Marktplatz besser zu erkennen.

Grundsätzlich bleibt KI-generierte Kunst auf Etsy erlaubt. Voraussetzung ist, dass Verkäufer kreativ beteiligt sind und den Einsatz der Technologie transparent machen. Die Plattform versucht damit, den Einsatz neuer Werkzeuge im Onlinehandel zu ermöglichen, ohne Käufer durch unrealistische Produktdarstellungen zu täuschen.

Die neuen Etsy-Regeln passen zu einer Entwicklung, in der digitale Marktplätze stärker auf Transparenz verpflichtet werden. Die EU-Kommission verweist darauf, dass Marktplätze klare Angaben zu Verkäufern, Waren, Preisen und Lieferkosten machen müssen. Irreführende Verkaufspraktiken sind verboten. Realitätsnahe Produktbilder sind damit Teil eines allgemeinen Transparenzprinzips für digitale Marktplätze.

Auch in den USA geraten KI-gestützte Täuschungen stärker in den Fokus. Die Federal Trade Commission ging 2024 gegen mehrere Geschäftsmodelle vor, bei denen KI für irreführende Versprechen, gefälschte Bewertungen oder zweifelhafte E-Commerce-Angebote genutzt worden sein soll. Etsys verschärfte Bildvorgaben folgen damit einem regulatorischen Umfeld, in dem digitale Täuschung zunehmend geprüft wird — in den USA zuletzt im Jahr 2024.

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