Die EU-Kommission hat Temus Aktionsplan gegen illegale Produkte akzeptiert, berichtet Caschys Blog. Im Mai hatte Brüssel 200 Mio. Euro Bußgeld verhängt, weil Temu Risiken nach dem Digital Services Act unzureichend bewertet habe. Temu wolle nun unter anderem Risiken plattformspezifisch analysieren, die Wirkung seiner Schutzvorkehrungen messen und prüfen, ob Empfehlungsalgorithmen illegaler Ware Reichweite verschaffen und Verkäufer Marktplatzfunktionen dafür missbrauchen. Binnen vier Monaten müsse Temu eine vorläufige Risikobewertung für das Halbjahr bis 30. November vorlegen.
Die EU-Kommission hat den von Temu vorgelegten Aktionsplan gegen illegale Produkte akzeptiert. Der Online-Marktplatz reagiert damit auf frühere Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), wie Caschys Blog berichtet. Im Mai 2026 hatte Brüssel festgestellt, dass Temu seine Pflichten zur Risikobewertung nicht ausreichend erfüllt hatte. Die Folge war ein Bußgeld von 200 Millionen Euro.
Mit dem Maßnahmenpaket will Temu den Verkauf rechtswidriger Waren auf seiner Plattform eindämmen und die Anforderungen des DSA besser erfüllen. Im Mittelpunkt steht eine genauere Prüfung der Risiken, die aus dem eigenen Geschäftsmodell, den Marktplatzfunktionen und den technischen Empfehlungssystemen entstehen können. Die Kommission akzeptiert den Plan als Grundlage, um die zuvor festgestellten Defizite zu beheben.
Fünf Maßnahmen gegen rechtswidrige Angebote
Temu verpflichtet sich unter anderem zu einer plattformspezifischen Risikoanalyse. Dabei soll nicht nur allgemein bewertet werden, welche Gefahren durch illegale Produkte entstehen. Die Plattform soll auch untersuchen, welche Risiken sich konkret aus ihren eigenen Abläufen, Funktionen und Anreizmechanismen ergeben. Dazu gehört die Frage, ob Verkäufer Marktplatzfunktionen gezielt missbrauchen, um potenziell illegale Angebote zu verbreiten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf messbaren Schutzvorkehrungen. Temu will künftig anhand verlässlicher Kennzahlen prüfen, ob bestehende Maßnahmen die Sichtbarkeit und Verbreitung rechtswidriger Inhalte tatsächlich verringern. Die Kommission erwartet damit mehr Nachvollziehbarkeit darüber, ob Moderation, Kontrollen und weitere Schutzmechanismen praktisch wirken oder angepasst werden müssen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Empfehlungssystemen. Temu soll analysieren, ob Algorithmen dazu beitragen, dass illegale Ware zusätzliche Reichweite erhält. Damit rückt ein zentraler Mechanismus vieler Online-Marktplätze in den Fokus: Produkte werden nicht allein durch Suchanfragen sichtbar, sondern auch durch automatisierte Vorschläge, Rankings und personalisierte Platzierungen.
Kommission verlangt belastbare Zwischenergebnisse
Der Aktionsplan umfasst außerdem eine Prüfung der Grenzen der eigenen Inhaltsmoderation. Temu soll untersuchen, wo bestehende Verfahren zur Erkennung und Entfernung rechtswidriger Angebote an ihre Grenzen stoßen. Für die Plattform bedeutet das, interne Prozesse genauer zu dokumentieren und Schwachstellen erkennbar zu machen.
Für die EU-Kommission ist die Annahme des Plans kein Abschluss des Verfahrens, sondern ein nächster Kontrollschritt. Temu erhält vier Monate Zeit, um eine vorläufige Risikobewertung vorzulegen. Diese soll einen Sechsmonatszeitraum bis zum 30. November 2026 abdecken und zeigen, ob die zugesagten Maßnahmen greifen.
