Teure Energie und Niedrigwasser auf den Flüssen haben die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal nur leicht ausgebremst, meldet das Ifo-Institut. Das Bruttoinlandsprodukt sei um 0,2 Prozent gewachsen, nach durchschnittlich 0,3 Prozent in den drei Vorquartalen. Zum Jahresende erwarten die Konjunkturforscher mehr Schwung, darauf deute das aufgehellte Geschäftsklima hin. Neben der Finanzpolitik schiebe zunehmend die Industrie an: Elektrobranche und Maschinenbau profitierten von wachsender Auslandsnachfrage. Der private Konsum hingegen leide weiter unter der Inflation, die im Winterhalbjahr voraussichtlich wieder steige.
Teure Energie und Niedrigwasser auf deutschen Flüssen haben die Konjunktur im dritten Quartal 2026 belastet. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts wurde der Aufschwung dadurch jedoch nur leicht gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 0,2 Prozent zu. In den drei Quartalen zuvor hatte die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt um 0,3 Prozent gewonnen.
Wirtschaft wächst trotz Belastungen weiter
Die höheren Energiepreise trafen vor allem Industrie und Konsum. Hinzu kamen Einschränkungen durch niedrige Wasserstände auf den Flüssen, die für Teile der Wirtschaft zusätzliche Belastungen bedeuteten. Dennoch blieb die deutsche Wirtschaft auf Wachstumskurs. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser ordnet die Entwicklung als nur geringe Abschwächung des Aufschwungs ein.
Für das Jahresende erwarten die Konjunkturforscher wieder mehr Dynamik. Als Hinweis darauf gilt das aufgehellte Geschäftsklima der vergangenen Monate. Die Finanzpolitik sorgt laut Ifo weiterhin für Schub. Zugleich verbreitert sich die Erholung im lange belasteten Verarbeitenden Gewerbe.
Industrie gewinnt an Breite
Besonders sichtbar wird die Erholung in der Elektroindustrie und im Maschinenbau. Unternehmen aus diesen Bereichen profitieren von einer steigenden Nachfrage aus dem Ausland. Entsprechend haben sie ihre Exporterwartungen spürbar nach oben korrigiert. Damit trägt die Industrie wieder stärker zur wirtschaftlichen Stabilisierung bei.
Der private Konsum bleibt dagegen ein Schwachpunkt. Die Inflation dämpft weiterhin die Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts dürfte die Teuerung im Winterhalbjahr wieder anziehen. Damit bleibt der Konsum trotz des erwarteten konjunkturellen Schwungs belastet.
Ausblick bleibt verhalten positiv
Die aktuelle Entwicklung zeigt eine Wirtschaft, die trotz Energiepreisschock und Niedrigwasser wächst. Der Zuwachs fällt geringer aus als zuvor, bleibt aber positiv. Für die kommenden Monate stützen vor allem Finanzpolitik, Industrie und Exporterwartungen den Ausblick. Der offene Belastungsfaktor bleibt die Inflation, die im Winterhalbjahr voraussichtlich wieder steigt.
