Foto: Person packt Gemüse aus Stofftasche neben Geldbörse, Karte und Umschlag in moderner Küche aus
© OpenAI

Europas Haushalte kaufen mehr und sparen weniger

3 Min.
Teilen

Die privaten Haushalte in der EU konsumieren wieder mehr, und zwar schneller, als ihr Einkommen wächst: Im zweiten Quartal 2026 stiegen die realen Konsumausgaben pro Kopf um 0,4 Prozent, das reale Einkommen nur um 0,1 Prozent, meldet Eurostat. Im Vorquartal war der Konsum leicht gesunken. Die Differenz zweigen die Haushalte vom Sparen ab: Die Sparquote fiel um 0,3 Prozentpunkte.

Die privaten Haushalte in der EU haben ihre Ausgaben im zweiten Quartal 2026 wieder ausgeweitet. Nach Angaben von Eurostat stiegen die realen Konsumausgaben pro Kopf um 0,4 Prozent, während das reale Einkommen pro Kopf nur um 0,1 Prozent zulegte. Damit wächst der Verbrauch deutlich schneller als die Kaufkraft. Im Vorquartal war der Konsum in der EU noch um 0,1 Prozent gesunken, das Einkommen hatte damals um 0,3 Prozent zugelegt.

Die Entwicklung zeigt eine klare Verschiebung im Konsumverhalten: Haushalte geben wieder mehr aus, finanzieren diesen Zuwachs aber teilweise über geringere Ersparnisse. Die Sparquote in der EU sank im Quartalsvergleich um 0,3 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Im Euroraum fiel der Rückgang etwas schwächer aus. Dort verringerte sich die Sparquote um 0,2 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent.

Konsum zieht an, Einkommen bleibt verhalten

Auch im Euroraum legte das reale Einkommen pro Kopf im zweiten Quartal 2026 lediglich um 0,1 Prozent zu. Der reale Konsum stieg dort um 0,3 Prozent, nachdem er im Vorquartal stabil geblieben war. Die Daten stammen aus den saisonbereinigten vierteljährlichen europäischen Sektorkonten, die Eurostat für die Haushalte veröffentlicht.

Bei den Einkommenskomponenten zeigen sich Unterschiede zwischen Euroraum und EU. Im Euroraum wurde der leichte Einkommensanstieg vor allem durch positive Beiträge aus Vermögenseinkommen und sonstigen laufenden Transfers getragen. In der EU insgesamt kamen die stärksten positiven Beiträge aus Arbeitnehmerentgelten sowie aus Sozialleistungen ohne soziale Sachtransfers. Belastend wirkten im Euroraum vor allem Bruttobetriebsüberschüsse und gemischte Einkommen, in der EU dagegen laufende Steuern und Nettosozialbeiträge.

Sparquoten sinken in den meisten Ländern

Unter den Mitgliedstaaten, für die Eurostat Daten veröffentlicht, stieg die Sparquote in vier Ländern und sank in elf. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Polen und Tschechien mit jeweils plus 0,6 Prozentpunkten. Die deutlichsten Rückgänge gab es in Finnland mit minus 1,6 Prozentpunkten, Ungarn mit minus 1,4 Prozentpunkten und Italien mit minus 1,2 Prozentpunkten.

Die Investitionsquote der Haushalte blieb im Euroraum im zweiten Quartal stabil und sank in der EU leicht um 0,1 Prozentpunkte. Auf Länderebene stieg sie in vier Mitgliedstaaten, blieb in sechs unverändert und ging in fünf zurück. Besonders stark legte sie in Ungarn mit 0,7 Prozentpunkten zu, gefolgt von Tschechien mit 0,3 Prozentpunkten. Die größten Rückgänge meldete Eurostat für Irland mit minus 0,7 Prozentpunkten und Italien mit minus 0,3 Prozentpunkten.

Für die Einordnung der Daten ist relevant, dass Eurostat die ersten Veröffentlichungen zu Spar- und Investitionsquoten im Euroraum rund 94 Tage nach Quartalsende publiziert. Gegenüber der Erstmeldung vom 2. Oktober 2026 blieb die saisonbereinigte Sparquote des Euroraums für das zweite Quartal 2026 unrevidiert bei 14,2 Prozent.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.