Foto: Person plant am hellen Tisch Einkäufe am Smartphone neben Notizbuch und verpackten Geschenken
© Black Forest Labs / Flux

400 Mio. Kunden nutzen Amazons Shopping-KI

3 Min.
Teilen

Mehr als 400 Mio. Kunden haben in den vergangenen zwölf Monaten Amazons KI-Einkaufsberater „Alexa for Shopping“ genutzt, berichtet Digiday.com. Wer den Assistenten nutze, gebe laut Konzernchef Andy Jassy 50 Prozent mehr aus als andere Kunden. Vor Weihnachten bekomme der einst „Rufus“ getaufte KI-Assistent mehr als 100 neue Funktionen: Er verwalte beispielsweise Geschenk- und Hochzeitslisten und pausiere oder kündige Abos aus Amazons „Spar-Abo“-Programm.

Amazon macht seinen Einkaufsassistenten Alexa for Shopping zu einem zentralen Wachstumstreiber im eigenen Handelsökosystem. Mehr als 400 Millionen Kunden haben den KI-Dienst in den vergangenen zwölf Monaten genutzt, berichtet Digiday.com. Ende Juli lag die Zahl noch bei 350 Millionen. Laut Konzernchef Andy Jassy geben Nutzerinnen und Nutzer des Assistenten im Schnitt 50 Prozent mehr aus als Kunden, die Alexa for Shopping nicht verwenden.

KI als Hebel im reiferen Onlinegeschäft

Die Zahlen zeigen, wie stark Amazon KI in den Einkaufsprozess integriert. Der Assistent soll Produkte auffindbar machen, Kaufentscheidungen begleiten und zusätzliche Transaktionen anstoßen. Das ist vor allem relevant, weil das Wachstum in Teilen des Handelsgeschäfts langsamer ausfällt. Im dritten Geschäftsquartal meldete Amazon einen Nettoumsatz von 201,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen großen Anteil daran hatte AWS, dessen Segmentumsatz um 39 Prozent stieg.

In den handelsnahen Bereichen fiel die Dynamik verhaltener aus. Der Umsatz der Online Stores legte um 2 Prozent zu. Services für Drittanbieter wuchsen um 9 Prozent, Werbedienste um 11 Prozent. Im Vorjahresvergleich waren diese Wachstumsraten höher ausgefallen. Amazon verweist dabei auch auf den verschobenen Prime Day: Da die Aktion in diesem Jahr Ende Juni stattfand, wurden die entsprechenden Umsätze bereits im zweiten Quartal verbucht.

Aus Rufus wird Alexa for Shopping

Die öffentliche Entwicklung des Assistenten reicht drei Jahre zurück. Im Februar 2024 startete Amazon den KI-Shoppinghelfer zunächst unter dem Namen Rufus. Im Mai wurde daraus Alexa for Shopping. Damit knüpfte der Konzern an den bekannten Namen seines Sprachassistenten an und machte die Funktion stärker auf Website und App sichtbar. Für den E-Commerce ist das ein Hinweis darauf, wie schnell konversationelle Suche vom Experiment zur Verkaufsoberfläche werden kann.

Vor dem Weihnachtsgeschäft erweitert Amazon den Dienst um mehr als 100 Funktionen. Alexa for Shopping kann unter anderem Geschenklisten und Registries erstellen oder bearbeiten. Dazu gehören Anfragen wie der Blick auf noch offene Einträge einer Hochzeitsliste. Außerdem lassen sich über den Assistenten Abos aus dem Programm „Subscribe and Save“ verwalten, pausieren oder kündigen.

Kontrollierter Zugang zum Amazon-Ökosystem

Parallel verfolgt Amazon einen abgeschirmten Ansatz gegenüber externen KI-Agenten. Plattformen wie ChatGPT oder Metas Shopping-Agent Muse wurden laut Bericht daran gehindert, Amazons Seite auszulesen. Jassy deutete zwar an, dass Kooperationen mit horizontalen Agenten künftig möglich sein könnten. Zugleich betonte er, Amazon wolle möglichst viele Kunden auf Alexa for Shopping lenken.

Damit positioniert der Konzern den Assistenten als eigene Schnittstelle zwischen Suche, Beratung und Kaufabschluss. Der nächste Prüfpunkt ist das Weihnachtsgeschäft, für das Amazon mehr als 100 neue Funktionen bereitstellt.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.