Foto: Frau prüft am Küchentisch ein Smartphone, daneben liegen Geschenke und eine unberührte Karte.
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Stöbern ja, bezahlen nein: Kunden halten KI an der Leine

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US-Kunden lassen sich im Weihnachtsgeschäft von KI beraten, das Bezahlen wickeln sie aber selbst ab, berichtet Retaildive.com. Eine Umfrage von William Blair zeige, dass fast zwei Drittel KI als Preisdetektiv einsetzen, umso eifriger, je höher das Haushaltseinkommen liege. Eine Mehrheit wolle der Software jedoch keinen Kauf ohne eigene Prüfung überlassen und ihr keine Bank- oder Kreditkartendaten anvertrauen. Gartner zufolge sei ein Drittel offen für KI-Geschenktipps, der Anteil tatsächlicher Nutzer liege aber erst bei 13 Prozent.

US-Verbraucher setzen im Weihnachtsgeschäft zunehmend auf KI, bleiben bei der eigentlichen Kaufentscheidung aber vorsichtig. Laut Retaildive.com dienen generative Tools vor allem als Ideengeber, Preisvergleich und Suchhilfe. Den finalen Kauf wollen viele Kundinnen und Kunden weiterhin selbst prüfen und auslösen.

KI hilft bei Inspiration und Preisvergleich

Gartner zufolge ist rund ein Drittel der Verbraucher sehr oder äußerst offen dafür, KI-gestützte Tools oder Chatbots für Geschenkempfehlungen zu nutzen. Tatsächlich verwenden derzeit aber erst 13 Prozent der Shopper solche Angebote zur Inspiration im Weihnachtsgeschäft. Die Nutzung wächst damit aus einem niedrigen Niveau heraus, während sich die Gewohnheiten am Beginn der Customer Journey verändern.

Besonders stark ist der Einsatz beim Preisvergleich. Eine im Oktober veröffentlichte Umfrage von William Blair zeigt, dass fast zwei Drittel der Befragten KI gelegentlich oder häufig nutzen, um Preise verschiedener Produkte zu vergleichen. Dabei besteht den Angaben zufolge ein nahezu linearer Zusammenhang mit dem Haushaltseinkommen. Bank of America kommt in einem Bericht zu den Weihnachtsausgaben ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Preis- und Deal-Vergleiche zu den wichtigsten Einsatzfeldern gehören. KI wird damit zum digitalen Preiswächter, besonders in einem Umfeld mit wachsender Sorge über dynamische und personalisierte Preise.

Vertrauen bremst den automatisierten Kauf

Die Grenzen zeigen sich beim Abschluss des Einkaufs. Laut William Blair würde eine Mehrheit der Befragten KI keinen Kauf ohne eigene Prüfung überlassen. Ebenso lehnt eine Mehrheit ab, Bank- oder Kreditkartendaten mit der Technologie zu teilen. Im Vordergrund stehen Sorgen über Datenpannen und nicht autorisierte Käufe. Gerade beim Schenken bleibt der Wunsch nach Kontrolle hoch, weil Auswahl und finale Entscheidung als persönlicher Teil des Prozesses wahrgenommen werden.

Große Händler wie Walmart investieren bereits in agentische Systeme, die Kundinnen und Kunden entlang der gesamten Einkaufsstrecke unterstützen können. Eine breite Nutzung für den automatisierten Kauf dürfte jedoch Zeit brauchen. Für den Handel entsteht damit ein klarer Einsatzrahmen: KI kann Suche, Inspiration und Vergleich verbessern, muss beim Bezahlen aber Transparenz und Kontrolle respektieren.

Preissetzung rückt in den Fokus der Behörden

Die Debatte um KI im Einkauf überschneidet sich mit Fragen des Verbraucherschutz. Walmart verteidigte sich zuletzt mehrfach gegen öffentliche Vorwürfe, Preise personalisieren zu können oder dies bereits zu tun. Die Sorge hängt unter anderem mit digitalen Preisschildern zusammen. Die US-Handelsaufsicht FTC forderte Walmart, Target sowie mehrere Fluggesellschaften, Fahrdienstanbieter und Lieferdienste auf, Informationen zur Nutzung persönlicher Daten bei der Preissetzung vorzulegen.

Kurz zuvor hatte die FTC gemeinsam mit 20 US-Bundesstaaten Dollar General wegen mutmaßlich irreführender Preispraktiken verklagt. Für das Weihnachtsgeschäft zeichnet sich daher ein zweigeteiltes Bild ab: KI gewinnt als Recherche- und Vergleichswerkzeug an Bedeutung, während automatisierte Käufe und die Nutzung sensibler Zahlungsdaten weiter auf Vorbehalte stoßen. Belegt ist bislang vor allem die Lücke zwischen Interesse und Nutzung: ein Drittel ist offen für KI-Geschenktipps, tatsächlich nutzen sie 13 Prozent.

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