Ist das schon die beginnende Ebbe des digitalen Tsunami? Die Studie "Total Retail" von PricewaterhouseCoopers sieht jedenfalls Sättigungstendenzen im Onlinehandel mit Büchern, Unterhaltungselektronik und Bekleidung. Dann muss man eben an einen anderen Strand gehen. Denn vor allem bei Spielzeug, Haushaltsgeräten, Schmuck, Outdoor-Ausrüstung, Möbeln und Nahrungsmittel setzt die Flut gerade erst ein.
Die Zahlen nennt die PwC-Studie „Total Retail 2015“, für die PwC über 19.000 Konsumenten weltweit befragt hat, darunter 1.000 Verbraucher in Deutschland.
Nun sind solche Statistiken immer so eine Sache. Grundsätzlich bestätigt die Studie aber die Beobachtung vieler Händler, dass der Verdrängungswettbewerb härter, das Fischen nach Neukunden schwieriger und die Kundenbindung immer wichtiger wird. Und es dann darau ankommt, die Höhe des Warenkorbs zu steigern.
Bommzeiten können dagegen andere Branchen erhoffen. Die Anzahl der Verbraucher, die Produkte wie Spielzeug, Haushaltsgeräte oder Schmuck am liebsten im Internet kaufen, ist in den vergangenen drei Jahren um durchschnittlich rund 28 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen. "Dieses Wachstum dürfte sich zunächst moderat fortsetzen, auch wenn bereits heute ein Großteil der Konsumenten Spielwaren (55 Prozent), Haushaltsgeräte (47 Prozent), Sport- und Outdoor-Ausrüstung (42 Prozent) oder Schmuck und Uhren (38 Prozent) vorzugsweise online kaufen", heißt es in der Studie.
Auch für Möbel und Haushaltswaren, hier kaufen 30 Prozent der Deutschen bereits im Internet, sowie bei Heimwerkerprodukten (25 Prozent) erwarten die Studienmacher noch Boom-Jahre angesichts von deutlich steigenden Wachstumsraten. Selbst das zarte Pflänzchen Online-Lebensmittelhandel kann da noch steil gehen. Derzeit besorgen sich rund 12 Prozent der Verbraucher ihre Lebensmittel online.
