Ein klemmender Login vertreibt Kunden zuverlässiger als ein hoher Preis: Mehr als die Hälfte der Amerikaner hat schon einen Online-Kauf abgebrochen, weil das Passwort nicht mehr einfiel, berichtet Wwd.com. Bei der Generation Z liege die Quote sogar bei 72 Prozent. Sie erwarteten Fingerabdruck oder Gesichtsscan statt Tastatur-Eingaben. Als größtes Ärgernis hätten 32 Prozent das Erinnern selbst genannt, knapp ein Viertel die Zeichenvorgaben der Shops.
Ein vergessener Login kann im E-Commerce direkt Umsatz kosten. Laut einer neuen HostingAdvice-Umfrage haben mehr als die Hälfte der Amerikaner bereits einen Online-Kauf abgebrochen, weil sie ihr Passwort vergessen hatten oder der Login nicht funktionierte, berichtet Wwd.com. Besonders deutlich ist der Effekt bei der Generation Z: 72 Prozent dieser Altersgruppe sollen schon wegen Login-Problemen abgesprungen sein. Bei Babyboomern liegt der Wert mit 37 Prozent deutlich niedriger.
Die Ergebnisse zeigen, wie stark Authentifizierung inzwischen zur Kundenerfahrung gehört. Jüngere Käufer sind an entsperrte Smartphones, Gesichtserkennung und Fingerabdruck gewöhnt. Das Eintippen eines weiteren Passworts wirkt im Online-Einkauf schneller wie ein Hindernis. HostingAdvice beschreibt diese Erwartung als Folge reibungsloser digitaler Routinen: Wenn ein Gerät die Identität in Sekunden erkennt, erscheint ein komplizierter Shop-Login als vermeidbarer Bruch im Kaufprozess.
Passwörter bleiben ein Sicherheitsanker, werden aber zum Reibungspunkt
Die Umfrage legt nicht nahe, Passwörter ersatzlos abzuschaffen. Sie bleiben ein wichtiger Bestandteil digitaler Sicherheit. Für Händler und Plattformen rückt jedoch die Frage in den Vordergrund, wie schnell und verständlich der Zugang wiederhergestellt werden kann. Passkeys, biometrische Verfahren oder bessere Recovery-Prozesse können helfen, Kaufabbrüche zu reduzieren, ohne Schutzmechanismen aufzugeben.
Der größte Frust entsteht bereits vor dem Zurücksetzen. 32 Prozent der Amerikaner nennen das Erinnern an Passwörter als wichtigstes Ärgernis. Knapp ein Viertel stört sich vor allem an den Vorgaben einzelner Websites, etwa an Mindestlängen oder bestimmten Zeichenkombinationen. Weitere 14 Prozent ärgern sich besonders darüber, jedes vergessene Passwort neu zurücksetzen zu müssen.
Unsichere Routinen verschärfen das Problem
Eine Bitwarden-Erhebung aus dem Jahr 2024 ergänzt das Bild. Demnach verwenden 42 Prozent der Amerikaner persönliche Informationen in ihren Passwörtern. Weltweit liegt der Vergleichswert bei 25 Prozent. Zudem nutzen 31 Prozent ihre Passwörter in mehr als 20 Apps erneut. Beides macht Zugangsdaten leichter merkbar, erhöht aber zugleich das Risiko, wenn ein einzelnes Passwort kompromittiert wird.
Auch beim Umgang mit Passwörtern zeigen sich problematische Gewohnheiten. Mehr als die Hälfte der Befragten, 58 Prozent, verlässt sich demnach auf das Gedächtnis. Weitere 34 Prozent schreiben Passwörter auf Papier. Damit prallen zwei Anforderungen direkt aufeinander: Kunden wollen schnelle Zugänge, Unternehmen müssen Konten schützen und gleichzeitig Kaufabbrüche durch zu sperrige Prozesse vermeiden.
Für den Onlinehandel wird Authentifizierung damit zu einem konkreten Checkout-Thema. Je vertrauter biometrische Logins im Alltag werden, desto stärker dürften Nutzer Alternativen zum klassischen Passwort erwarten. Der nächste Prüfpunkt ist, ob Händler Zugang, Wiederherstellung und Schutz so vereinfachen, dass weniger Warenkörbe am Login scheitern; derzeit liegt die Abbruchquote bei Gen Z bei 72 Prozent.

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