Foto: Reisender prüft am Tisch sein Smartphone neben Stadtkarte, Notizbuch und gepackter Tasche.
© Black Forest Labs / Flux

Airbnb zeigt, wo die Bekannten übernachtet haben

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Airbnb verpasst seiner App eine soziale Ader, berichtet Engadget.com. Wer mit Bekannten vernetzt sei, sehe auf einer Karte deren vergangene oder geplante Reisen, könne ihre Bewertungen lesen und ihnen direkt in der App schreiben. Wie viel sichtbar werde, lege jeder selbst fest. Zudem liefere die Karte Kurzporträts von Stadtvierteln – aus Daten von Gästen, Gastgebern und nicht näher benannten „anderen Quellen“. Neue KI-Werkzeuge für Suche, Filter und Kundenservice starte Airbnb zunächst in den USA. In Europa ergänze der Konzern sein Dienstleistungsangebot bald um Essens- und Lebensmittellieferungen.

Airbnb baut seine App deutlich um und verbindet Reiseplanung stärker mit sozialen Funktionen und automatisierten Hilfen. Wie Engadget.com berichtet, führt der Anbieter im Rahmen seines Herbst-Updates eine neue Travel Map ein. Nutzerinnen und Nutzer können darüber sehen, wo ihnen bekannte Personen bereits übernachtet haben oder welche Reisen sie geplant haben. Sichtbar werden dabei Unterkünfte sowie gebuchte Services und Erlebnisse innerhalb der App.

Mehr Empfehlungen aus dem eigenen Netzwerk

Der neue soziale Ansatz macht persönliche Empfehlungen stärker nutzbar. Verbindungen können Bewertungen aus ihrem Netzwerk lesen, Favoriten anderer übernehmen und ausgewählte Unterkünfte auf eigene Wunschlisten setzen. Zusätzlich soll es möglich sein, Kontakte direkt in der App anzuschreiben. Damit rückt Airbnb näher an eine Reiseplanung heran, die auf bekannten Personen, deren Aufenthalten und ihren Einschätzungen basiert. Der zentrale Mehrwert liegt in sozial validierten Reisehinweisen, statt allein auf allgemeinen Bewertungen unbekannter Gäste.

Airbnb betont zugleich, dass Nutzerinnen und Nutzer selbst festlegen können, ob eine Reise geteilt wird und wie viele Details andere sehen. Diese Einstellungen sind für den Datenschutz zentral, weil vergangene und bevorstehende Aufenthalte sensible Rückschlüsse auf Reiseverhalten, Aufenthaltsorte und private Kontakte zulassen. Die neue Funktion steht damit unter einem klaren Vorbehalt: Die App wird persönlicher, aber die Sichtbarkeit soll über individuelle Privatsphäre-Einstellungen gesteuert werden.

Karten mit Stadtteilporträts und neuen Suchhilfen

Die interaktiven Karten erhalten außerdem Kurzporträts von Stadtvierteln. Sie sollen einen Überblick über ein Gebiet geben und basieren laut Airbnb auf Daten von Gästen und Gastgebern. Hinzu kommen Erkenntnisse aus „anderen Quellen“, die das Unternehmen in der Mitteilung jedoch nicht näher erläutert. Für Reisende kann die Funktion eine schnellere Orientierung bieten, etwa bei der Auswahl eines Viertels. Offen bleibt, welche externen Daten in die Zusammenfassungen einfließen und wie transparent die Bewertung der Gebiete ausfällt.

Parallel erweitert Airbnb den Einsatz von KI in mehreren Bereichen. Neue Werkzeuge sollen Suche, Filter, Objektbeschreibungen, Vergleichsfunktionen und Kundenservice unterstützen. Die Funktionen starten zunächst in den USA; einen Zeitplan für weitere Märkte nennt Airbnb nicht. Damit testet die Plattform automatisierte Unterstützung an Punkten, an denen Reisende typischerweise viele Optionen vergleichen und schnelle Antworten erwarten. Besonders relevant sind dabei Suche, Filter und Support, weil sie direkt beeinflussen, wie Angebote gefunden und bewertet werden.

Airbnb Services wird weiter ausgebaut

Auch der Bereich Airbnb Services wächst weiter. In Europa sollen Nutzerinnen und Nutzer bald Angebote für Essens- und Lebensmittellieferungen in der App sehen. In ausgewählten US-Städten kommen weitere Zusatzdienste hinzu: schnelle Wäscheservices über Rinse sowie die Miete von Babyausstattung über BabyQuip. Daneben arbeitet Airbnb an lokalen Aktivitäten, die auf bestimmte Regionen zugeschnitten sind, darunter Bootsvermietungen in Südflorida und Ski- sowie Snowboardausrüstung in den französischen Alpen.

Das Update zeigt, wie Airbnb die App über die reine Unterkunftssuche hinaus erweitert. Reisen, Bewertungen, Services und lokale Erlebnisse sollen enger zusammengeführt werden. Konkrete offene Punkte bleiben der genaue Umgang mit externen Quellen für Stadtteilporträts und der internationale Starttermin der neuen KI-Funktionen, der bislang nicht genannt wurde.

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