Die Konsumlaune kippt ausgerechnet dort, wo das Geld sitzt, zitiert Sueddeutsche.de eine Auswertung des NIM. Während das Konsumklima für Oktober um 3,8 auf minus 30,6 Punkte sinke, rutsche es beim einkommensstärksten Viertel sogar um 13,8 auf minus 38 Punkte ab. Die obere Einkommenshälfte, die rund 68 Prozent der Konsumausgaben trage, halte sich also zunehmend mit Anschaffungen zurück. Wer hingegen weniger verdiene, spare auch weniger und kaufe so viel wie bisher.
Die deutsche Konsumstimmung verschlechtert sich ausgerechnet in der Gruppe, die für die Erholung des Handels besonders wichtig ist. Wie Sueddeutsche.de unter Berufung auf eine Auswertung des NIM berichtet, sinkt das Konsumklima für Oktober um 3,8 Punkte auf minus 30,6 Punkte. Noch deutlicher fällt der Rückgang beim einkommensstärksten Viertel aus: Dort rutscht der Wert um 13,8 Punkte auf minus 38 Punkte ab.
Kaufzurückhaltung bei den Ausgabenstarken
Damit kippt die Konsumlaune vor allem dort, wo die höchsten Ausgaben entstehen. Die obere Einkommenshälfte trägt laut den genannten Daten rund 68 Prozent der Konsumausgaben in Deutschland. Wenn diese Haushalte größere Anschaffungen verschieben oder insgesamt vorsichtiger werden, bremst das die erwartete Erholung spürbar. Der Konsum hängt damit stärker an der Stimmung der besserverdienenden Haushalte, als ein Durchschnittswert allein erkennen lässt.
Der Befund ist für Handel und Anbieter relevant, weil er die übliche Erwartung an eine schrittweise Normalisierung dämpft. Während einkommensschwächere Haushalte den Angaben zufolge weniger sparen und ihr Kaufverhalten weitgehend beibehalten, halten sich Haushalte mit höheren Einkommen zunehmend zurück. Gerade diese Gruppe verfügt über den größeren finanziellen Spielraum für Anschaffungen, sorgt aber aktuell für weniger Dynamik.
Signal für eine fragile Konsumerholung
Die Entwicklung zeigt eine deutliche Spreizung innerhalb der Verbrauchergruppen. Bei Haushalten mit geringeren Einkommen bleibt das Einkaufsniveau stabiler, weil weniger gespart wird. Bei höheren Einkommen steigt dagegen offenbar die Vorsicht. Für die Konjunktur ist das ein belastendes Signal, da die Ausgabenstärkeren einen großen Anteil am gesamten privaten Verbrauch stellen.
Für den Handel verschiebt sich damit der Blick auf die Nachfrage: Entscheidend ist weniger, ob grundsätzlich Kaufkraft vorhanden ist, sondern ob sie tatsächlich in Käufe umgesetzt wird. Wenn die obere Einkommenshälfte ihre Anschaffungen reduziert, kann das die Erholung selbst dann bremsen, wenn andere Gruppen stabil weiterkaufen. Die nächste relevante Messgröße bleibt daher die Entwicklung des Konsumklimas nach dem Oktoberwert von minus 30,6 Punkten und dem besonders schwachen Wert der einkommensstärksten Gruppe von minus 38 Punkten.
