Coupang zieht gegen Bußgelder von rund 463 Mio. Dollar vor Gericht und hat dafür zwei Verwaltungsklagen eingereicht, berichtet Thenews.com.pk. Die südkoreanische Datenschutzbehörde PIPC hatte die Rekordstrafe nach einem Datenleck verhängt, das Kontodaten Dutzender Mio. Nutzer offenlegte. Sie begründe die Summe mit lückenhaften Zugriffskontrollen und einer verspäteten Meldung. Coupang argumentiert, Sanktion und Berechnung seien unverhältnismäßig, denn der Konzern habe nach Entdeckung der Lücke zügig gegengesteuert.
Coupang wehrt sich gegen Rekordstrafe nach Datenleck
Der südkoreanische E-Commerce-Konzern Coupang zieht gegen Bußgelder in Höhe von rund 463 Mio. Dollar vor Gericht. Wie Thenews.com.pk berichtet, hat das Unternehmen zwei Verwaltungsklagen eingereicht. Sie richten sich gegen Strafzahlungen von 620 Mrd. Won, die Südkoreas Personal Information Protection Commission verhängt hat.
Auslöser ist ein massives Datenleck, bei dem persönliche Kontodaten von Dutzenden Millionen Nutzern offengelegt wurden. Die Datenschutzbehörde stützt ihre Sanktion auf eine Untersuchung der Sicherheitslücke. Nach Darstellung der Aufsicht lagen lückenhafte Zugriffskontrollen vor. Zudem habe Coupang die zuständigen Stellen verspätet informiert. Die Behörde sieht darin zentrale Gründe für die außergewöhnlich hohe Geldbuße.
Streit über Verhältnismäßigkeit und Berechnung
Coupang bestreitet den regulatorischen Befund nicht in allen Punkten, greift aber die Höhe und Herleitung der Strafe an. Der Konzern argumentiert, die Sanktionen und ihre Berechnung seien unverhältnismäßig. Nach eigener Darstellung habe das Unternehmen nach Entdeckung der Lücke schnell reagiert und Schutzmaßnahmen umgesetzt, um weitere Risiken einzudämmen.
Der Fall erhält besondere Bedeutung, weil er an der Schnittstelle von Datenschutz, Plattformgeschäft und regulatorischer Haftung liegt. Für große Online-Plattformen zeigt das Verfahren, wie streng Behörden Sicherheitsorganisation, Meldewege und interne Zugriffssysteme bewerten können. Gerade bei großen Nutzerbeständen können Schwächen in diesen Bereichen erhebliche finanzielle Folgen auslösen.
Die eingereichten Verwaltungsklagen eröffnen nun eine gerichtliche Überprüfung der PIPC-Entscheidung. Im Mittelpunkt dürfte stehen, ob die Behörde die Schwere des Vorfalls, die Zahl betroffener Nutzer, die Meldefristen und Coupangs Gegenmaßnahmen angemessen gewichtet hat. Ebenso relevant ist die Frage, welche Maßstäbe bei der Berechnung einer Rekordstrafe im digitalen Plattformgeschäft gelten.
Signalwirkung für digitale Plattformen
Für den Rechtsrahmen im südkoreanischen Digitalmarkt ist das Verfahren ein Prüfstein. Die Aufsicht macht deutlich, dass sie Datenschutzverstöße mit großer Reichweite hart sanktionieren kann. Coupang setzt dem entgegen, dass schnelle Reaktionen nach Entdeckung eines Vorfalls stärker berücksichtigt werden müssten.
Offen bleibt, ob die Gerichte die Strafe bestätigen, reduzieren oder die Berechnungsgrundlage neu bewerten. Konkret geht es vorerst um zwei Verwaltungsklagen gegen Bußgelder von 620 Mrd. Won beziehungsweise rund 462,75 Mio. Dollar.
