Österreichs Wirtschaftsministerium hat die Übernahme der MediaMarkt-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Konzern JD.com genehmigt, berichtet ORF.at. Die Investitionskontrolle knüpfe ihr „Ja“ aber an Auflagen zu Daten, Lieferketten und sicherheitsrelevanten Personalentscheidungen. MediaMarkt betreibe in Österreich 56 Märkte mit rund 2.400 Beschäftigten und habe im Geschäftsjahr 2025/26 rund 1,3 Mrd. Euro umgesetzt. Offen bleibt das Urteil aus Brüssel: Die EU-Kommission wolle bis zum 4. November entscheiden.
Österreich genehmigt JD.com-Einstieg bei Ceconomy
Österreichs Wirtschaftsministerium hat die geplante Übernahme der MediaMarkt-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Tech-Konzern JD.com genehmigt. Wie ORF.at berichtet, erteilte die für Investitionskontrolle zuständige Behörde gestern grünes Licht. Die Zustimmung ist jedoch an Auflagen gebunden, die nach Angaben des Ministeriums zentrale Risikobereiche absichern sollen.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer bezeichnete die Vorgaben als „strenge Auflagen“. Geschützt werden sollen demnach Daten, Lieferketten und sicherheitsrelevante Personalentscheidungen. Weitere Details nannte das Ministerium mit Verweis auf die geltende Gesetzeslage nicht. Hattmannsdorfer verwies zugleich auf geopolitische Spannungen und betonte, Österreich müsse seine Souveränität schützen.
MediaMarkt bleibt ein Schwergewicht im österreichischen Handel
Die Entscheidung betrifft einen der wichtigsten Anbieter im europäischen Elektronikhandel. MediaMarkt gilt als größte Fachmarktkette für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte in Europa und Österreich. Die österreichische Präsenz umfasst 56 Standorte und rund 2.400 Beschäftigte. Im Geschäftsjahr 2025/26 erzielte MediaMarkt hierzulande einen Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro.
Mit der Genehmigung in Österreich ist die Übernahme allerdings noch nicht vollständig geklärt. Die EU-Kommission prüft den geplanten Erwerb von Europas größtem Elektronikfachhändler durch JD.com weiterhin. Damit bleibt die wettbewerbs- und investitionspolitische Bewertung auf europäischer Ebene offen.
Brüssel entscheidet Anfang November
Für Ceconomy, MediaMarkt und JD.com ist die österreichische Zustimmung ein wichtiger Zwischenschritt. Die Auflagen zeigen zugleich, dass Behörden bei großen grenzüberschreitenden Übernahmen stärker auf Datenzugriff, Versorgungssicherheit und Personalfragen achten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie unternehmerische Kontrolle und sicherheitsrelevante Interessen miteinander vereinbar bleiben.
Die nächste Etappe liegt nun in Brüssel. Die Europäische Kommission will ihre endgültige Entscheidung zur geplanten Übernahme bis 4. November treffen.
