Die E-Commerce-Logistik schaltet einen Gang zurück: Ihr weltweiter Umsatz soll 2026 um 6,2 Prozent auf knapp 618 Mrd. Euro steigen, zitiert Trans.info einen Bericht von Transport Intelligence. Von 2022 bis 2025 seien es jährlich noch über 13 Prozent gewesen. Als Bremsen nennt der Bericht den gemächlicheren Online-Handel und das Ende der Zollfreigrenzen in den USA und der EU. Die Luftfracht von Hongkong nach Europa sei im Juli wochenweise um bis zu 24 Prozent gesunken. Mancher Anbieter aus Asien baue vorsorglich Lager in Europa auf.
E-Commerce-Logistik wächst weiter, aber deutlich langsamer
Die globale E-Commerce-Logistik bleibt auf Wachstumskurs, verliert jedoch spürbar an Tempo. Laut einem Bericht von Transport Intelligence, den Trans.info zitiert, sollen die weltweiten Branchenumsätze 2026 um 6,2 Prozent auf knapp 618 Milliarden Euro steigen. In den Jahren 2022 bis 2025 lagen die jährlichen Zuwächse noch bei mehr als 13 Prozent. Damit beginnt für den Markt eine Phase moderaterer Expansion.
Der Rückgang der Dynamik folgt auf mehrere Jahre außergewöhnlich starken Wachstums. Die Pandemie hatte der Branche den größten Schub des vergangenen Jahrzehnts gegeben. Auch danach legte der Markt weiter kräftig zu. Die weltweite Inlandslogistik für den E-Commerce wuchs von 336,7 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 486 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das entspricht einem Plus von 44,3 Prozent und einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 13,01 Prozent.
Grenzüberschreitendes Geschäft verliert an Schwung
Noch dynamischer entwickelte sich zunächst die grenzüberschreitende E-Commerce-Logistik. Ihre Umsätze stiegen von 63,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf 96,1 Milliarden Euro im Jahr 2025. Das Plus lag damit bei 51,8 Prozent, die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei 14,92 Prozent. Zusammengenommen erreichten beide Segmente 2025 ein Marktvolumen von knapp 582,1 Milliarden Euro.
Für 2026 erwartet Transport Intelligence eine deutliche Normalisierung. Die Inlandslogistik soll um mehr als 6,21 Prozent auf 516,17 Milliarden Euro zulegen. Das grenzüberschreitende Geschäft dürfte nahezu 6 Prozent wachsen und die Marke von 101 Milliarden Euro überschreiten. Auf Inlandsdienstleistungen entfielen zuletzt rund 83,5 Prozent des Gesamtmarkts, während internationale Sendungen rund 15 bis 16 Prozent der Umsätze ausmachten.
Zollreformen verändern die Kostenbasis
Als zentrale Bremsfaktoren gelten die verhaltenere Entwicklung im Onlinehandel und der weltweite Abbau von De-minimis-Ausnahmen. In den USA entfiel seit dem 29. August 2025 die Zollfreigrenze für Sendungen bis 800 US-Dollar. Die EU schaffte zum 1. Juli 2026 eine vergleichbare Regelung für Sendungen bis 150 Euro ab. Auch Vietnam, Thailand und die Türkei haben Ausnahmen für den E-Commerce eingeschränkt oder gestrichen.
Diese Reformen erschweren vor allem den Direktversand günstiger Onlinebestellungen an Verbraucher. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits in den Transportströmen. Die Luftfracht von Hongkong nach Europa sank im Juli wochenweise um bis zu 24 Prozent. Einige Anbieter aus Asien reagieren vorsorglich, indem sie Lager in Europa aufbauen und ihre Lieferketten näher an wichtige Absatzmärkte rücken.
Bis 2030 bleibt Wachstum wahrscheinlich
Trotz der Abkühlung bleiben die mittelfristigen Aussichten positiv. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass die weltweiten Umsätze der E-Commerce-Logistik bis 2030 auf mehr als 782,8 Milliarden Euro steigen. Zwischen 2026 und 2030 entspräche das einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6,09 Prozent und einem Gesamtplus von 26,67 Prozent.
Der Vergleich zeigt die Verschiebung besonders deutlich: Von 2022 bis 2025 wuchs der Gesamtmarkt noch um 45,52 Prozent, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 13,32 Prozent. Künftig werden geringere Wachstumsraten erwartet, während Zollregeln, Lagerstandorte und internationale Versandmodelle stärker geprüft werden. Der nächste messbare Orientierungspunkt ist die Umsatzprognose von mehr als 782,8 Milliarden Euro im Jahr 2030.
