Foto: Mitarbeiter legt Paket und Briefstapel auf eine Waage an einem modernen Postschalter
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Porto 2027: Netzagentur gibt der Post zweistelligen Spielraum

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Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post für 2027 und 2028 Preiserhöhungen von bis zu 10,72 Prozent bei Paketen erlauben, berichtet Golem.de. Vor zwei Jahren habe der Spielraum noch bei 7,21 Prozent gelegen. Für Briefe und Geschäftskunden-Post sehe der Entwurf sogar 20,35 Prozent vor, fast doppelt so hoch wie der bisherige Höchstwert von 2025. Verteile die Post den Aufschlag gleichmäßig, koste ein Standardbrief ab Januar 1,14 Euro statt 95 Cent. Bisher habe die Post solche Spielräume stets voll genutzt.

Die Bundesnetzagentur bereitet den bislang größten Preissprung beim Briefporto in Deutschland vor. Für die Jahre 2027 und 2028 sieht ihr Entwurf einen Preis-Erhöhungsspielraum von 20,35 Prozent für Briefe und Geschäftskunden-Post vor, wie Golem.de berichtet. Damit würde der bisherige Höchstwert von 10,48 Prozent aus dem Jahr 2025 nahezu verdoppelt. 2022 hatte der durchschnittliche Aufschlag noch bei 4,6 Prozent gelegen.

Die Deutsche Post darf das Porto nicht eigenständig festlegen, sondern benötigt die Zustimmung der Regulierungsbehörde. In der Vergangenheit hat sie die eingeräumten Spielräume nach den vorliegenden Angaben stets vollständig genutzt. Es gilt daher als wahrscheinlich, dass auch die neuen Obergrenzen ausgeschöpft werden.

Standardbrief könnte deutlich teurer werden

Welche Briefarten konkret wie stark verteuert werden, steht noch nicht fest. Sollte die Post den Erhöhungsspielraum gleichmäßig auf alle Briefprodukte anwenden, würde ein Standardbrief ab Januar 2027 1,14 Euro statt 95 Cent kosten. Möglich wäre auch eine Anpassung in 5-Cent-Schritten. Dann läge der Preis für den Standardbrief voraussichtlich bei 1,10 oder 1,15 Euro, während andere Briefarten entsprechend etwas stärker oder schwächer steigen könnten.

Der langfristige Vergleich zeigt die Dynamik besonders deutlich: 2012 kostete ein Standardbrief bis 20 Gramm noch 55 Cent. Bis 2027 könnte sich das Porto damit nahezu verdoppeln. Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland dennoch unter mehreren Nachbarländern. In Österreich kostet ein Standardbrief einen Euro, in den Niederlanden 1,40 Euro und in Frankreich 1,52 Euro. Dort ist bereits eine Erhöhung auf 1,67 Euro zum Jahreswechsel angekündigt.

Auch Pakete und Geschäftskunden betroffen

Neben Briefen sollen auch Pakete teurer werden. Für Paketporti sieht die Bundesnetzagentur einen Spielraum von bis zu 10,72 Prozent vor. Vor zwei Jahren hatte dieser Wert noch bei 7,21 Prozent gelegen. Für Geschäftskunden-Sendungen von Firmen und Behörden ist derselbe Aufschlag wie bei Privatkunden-Briefen vorgesehen: 20,35 Prozent.

Für die Logistik und den Versand markiert der Entwurf damit einen spürbaren Kostensprung, auch wenn die endgültigen Preise noch offen sind. Zunächst folgt die Konsultation der Branche im sogenannten Price-Cap-Maßgrößenverfahren. Anschließend legt die Bundesnetzagentur die Vorgabe fest, die Post verteilt den Spielraum auf einzelne Produkte und die Behörde prüft die konkreten Tarife. Gelten sollen die neuen Porti für 2027 und 2028.

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