Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will Microsoft einen „strategischen Marktstatus“ für Unternehmenssoftware zuweisen, berichtet Techradar.com. Der Konzern, dessen Software monatlich rund 20 Mio. Menschen im Land nutzen, habe in allen fünf untersuchten Feldern eine starke Position – von Betriebssystemen über Büro- und Sicherheitssoftware bis zu Server-Betriebssystemen und Datenbanken. Die Behörde kritisiere außerdem Wechselhürden und Integrationsvorteile, mit denen Microsoft Kunden ans eigene Ökosystem kette.
CMA nimmt Microsofts Stellung bei Unternehmenssoftware ins Visier
Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) will Microsoft im Markt für Unternehmenssoftware einen „strategischen Marktstatus“ zuweisen. Anlass ist eine Untersuchung zu Microsofts Softwarepraktiken und deren Wirkung auf den Wettbewerb, wie Techradar.com berichtet. Eine solche Einstufung würde Microsoft in Großbritannien einer strengeren Aufsicht unterstellen und könnte konkrete Änderungen an Geschäftsbedingungen, Lizenzmodellen und technischer Offenheit nach sich ziehen.
Nach Angaben der CMA nutzen monatlich rund 20 Millionen Menschen in Großbritannien Microsoft-Software. Dazu zählen private Unternehmen ebenso wie Organisationen des öffentlichen Sektors. Die Behörde sieht Microsoft in allen untersuchten digitalen Tätigkeitsfeldern stark positioniert: Betriebssysteme, Produktivitätssoftware, Sicherheitssoftware, Server-Betriebssysteme und Datenbankmanagementsysteme. Diese Breite ist aus Sicht der Wettbewerbshüter relevant, weil viele Kunden mehrere Microsoft-Produkte parallel einsetzen und damit tief in das Ökosystem eingebunden sind.
Wechselhürden und Bündelung stehen im Mittelpunkt
Im Zentrum der Kritik stehen laut Bericht fünf untersuchte Bereiche, in denen Microsoft jeweils über eine starke Marktstellung verfügen soll. Die CMA verweist dabei auf Wechselhürden, kommerzielle Praktiken und Integrationsvorteile. Diese Faktoren könnten es Kunden erschweren, einzelne Dienste auszutauschen oder Anbieter zu kombinieren. Eine mögliche SMS-Einstufung würde der Behörde Spielraum geben, Änderungen an Bündelungs- und Lizenzpraktiken zu verlangen.
Ein weiterer Prüfpunkt ist die technische Zusammenarbeit mit Software anderer Anbieter. Die CMA will erreichen, dass Organisationen Produkte auswählen, Anbieter wechseln und Dienste verschiedener Lieferanten kombinieren können. Im Raum steht daher die Forderung, die Interoperabilität zu verbessern. CMA-Chefin Sarah Cardell betonte, Organisationen sollten die Produkte wählen können, die am besten zu ihnen passen, und Anbieter wechseln können, wenn sie dies wünschen.
Copilot rückt zusätzlich in den Fokus
Teil der laufenden Prüfung ist auch Microsofts Copilot. Die Behörde untersucht, ob Microsofts bestehende Marktmacht dem KI-Dienst einen unfairen Vorteil verschaffen könnte. Damit berührt das Verfahren auch die Frage, wie sich etablierte Software-Ökosysteme auf neue KI-Anwendungen auswirken. Gerade bei Unternehmenssoftware kann die Integration in bestehende Arbeitsumgebungen den Zugang zum Markt erheblich beeinflussen.
Microsoft weist die Kritik in der Darstellung zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte, alle Produkte einschließlich Copilot seien offen und interoperabel. Kunden könnten sie zusammen mit konkurrierenden Diensten nutzen und Lösungen zu attraktiven Preisen wählen. Zugleich will Microsoft nach eigenen Angaben konstruktiv mit der CMA im Gespräch bleiben. Die Behörde arbeitet parallel zum formalen Einstufungsverfahren an einer Lösung; offen ist derzeit vor allem, ob und welche Änderungen an Lizenzierung, Bündelung und Copilot-Vermarktung folgen.
