Foto: Person arbeitet am Laptop neben neutralen Versandkartons in einem hellen, modernen Büro
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Plündergut im Warenkorb? Paris bittet Plattformen zum Gespräch

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Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff fordert Online-Plattformen auf, Inserate mit mutmaßlichem Plündergut umgehend zu löschen, berichtet FR.de. Bei den Ausschreitungen am Wochenende seien laut Behörden mehr als 3.000 Unternehmen zu Schaden gekommen. Zum Gespräch habe die Ministerin Vinted, Amazon, Ebay, Leboncoin, Meta, Tiktok und den Online-Handelsverband Fevad geladen. Zudem verlange sie enge Zusammenarbeit mit den Behörden, damit Hehler vor Gericht landen. Vinted habe verdächtige Angebote bereits entfernt und die Kontrollen verschärft. Ebay könne dagegen keinen Anstieg solcher Inserate bestätigen.

Frankreich erhöht den Druck auf Plattformen

Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich fordert Digitalministerin Anne Le Hénanff Online-Plattformen auf, Inserate mit mutmaßlichem Plündergut unverzüglich zu löschen. Wie FR.de berichtet, wurden am Wochenende laut Behörden mehr als 3.000 Unternehmen beschädigt oder anderweitig in Mitleidenschaft gezogen. Viele Geschäfte seien geplündert worden. Auslöser der Gewalt waren wochenlange Studentenproteste für bessere Bedingungen an Schulen.

Seit Sonntag kursieren in sozialen Netzwerken Bildschirmfotos von Angeboten, in denen mutmaßlich während der Ausschreitungen erbeutete Waren weiterverkauft werden sollen. Le Hénanff schrieb auf X, gestohlene Gegenstände vom Wochenende würden auf bestimmten Plattformen angeboten. Die Regierung erwarte, dass die betreffenden Anzeigen umgehend entfernt werden. Zugleich verlangt sie eine engere Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen, damit der Weiterverkauf von Diebesgut strafrechtlich verfolgt werden kann.

Gespräche mit Vinted, Amazon, eBay und weiteren Anbietern

Zu einem Treffen mit Vertretern der Plattformwirtschaft lud die Ministerin unter anderem Vinted, Amazon, eBay, Leboncoin, Meta und TikTok ein. Auch der französische Onlinehandelsverband Fevad war nach Angaben des Handelsministeriums beteiligt. An den Gesprächen nahmen zudem Vertreter des Innen- und des Justizministeriums teil. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Online-Marktplätze auffällige Inserate schneller erkennen, prüfen und entfernen können.

Vinted erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, man verfolge in solchen Fällen eine Politik der „Null Toleranz“. Das Unternehmen arbeite aktiv mit Polizeibehörden und französischen Stellen zusammen. Seit dem Wochenende hätten Teams verdächtige Angebote geprüft und Anzeigen entfernt, bei denen es sich um gestohlene Waren handeln könnte. Außerdem seien die Kontrollen über auffällige Inserate verstärkt worden. Konkrete Zahlen zum Umfang der entfernten Angebote nannte die Secondhand-Plattform aus Vilnius nicht.

eBay sieht bislang keinen belegbaren Anstieg

eBay äußerte sich zurückhaltender. Das Auktionsportal teilte mit, man könne keinen Anstieg von Angeboten bestätigen, die mit den am Wochenende begangenen Diebstählen in Verbindung stehen könnten. Zugleich verwies das Unternehmen auf proaktive technologische Werkzeuge, mit denen der Verkauf von Diebesgut aufgespürt werden soll.

Der Fall zeigt, wie schnell Ausschreitungen in den digitalen Wiederverkauf hineinwirken können. Für die französischen Behörden steht nun die praktische Umsetzung im Vordergrund: verdächtige Inserate löschen, Daten für Ermittlungen sichern und mögliche Hehler strafrechtlich verfolgen. Der aktuelle behördliche Bezugspunkt bleibt das Schadensausmaß vom Wochenende mit mehr als 3.000 betroffenen Unternehmen.

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