Foto: Person scannt neutrale Pakete an einem sauberen Packtisch mit Kiste und Isolierbox.
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DHL 2027: Neue Extras, neue Gebühren für Händler

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DHL plant neben der Portoreform 2027 weitere Zusatzleistungen und Gebühren für Geschäftskunden, berichtet Haendlerbund.de. Laut einem internen Rundschreiben koste der zweite Zustellversuch künftig 2,99 Euro. Das Kleinpaket werde ab Januar mautpflichtig und voraussichtlich zehn Cent teurer. Wer Packstationen als Ziel sperren wolle, zahle 1,69 Euro. „Sofort Zurück“ schicke verderbliche Ware nach gescheitertem Erstversuch für 4,50 Euro umgehend zum Absender. Ein automatischer Abholscan solle Händler dagegen vor Marktplatz-Strafen wegen vermeintlicher Lieferverzögerungen bewahren.

DHL bereitet für Geschäftskunden offenbar weitere Änderungen rund um die Portoreform 2027 vor. Wie Haendlerbund.de unter Verweis auf ein internes Rundschreiben berichtet, plant der Paketdienst neue Zusatzleistungen, Sicherheitsfunktionen und Gebühren. Für den Handel bedeutet das mehr Steuerungsmöglichkeiten im Versand, zugleich aber zusätzliche Kosten an mehreren Stellen der Logistik.

Neue Services für Tracking und sichere Zustellung

Ein zentraler Baustein ist ein synthetischer Abholscan. Er soll Sendungen nach erfolgreicher Abholung automatisch digital quittieren. Hintergrund sind Verzögerungen im Tracking, wenn große Sendungsmengen erst im Paketzentrum einzeln erfasst werden. Auf Marktplätzen wie Amazon oder Ebay konnten solche Lücken bislang zu Abstrafungen wegen vermeintlicher Lieferverzögerungen führen. Der neue Scan soll Händlerinnen und Händler vor solchen Folgen schützen, wenn Engpässe in Paketzentren die Statusmeldungen verzögern.

Für hochpreisige Waren plant DHL zudem einen Einmal-Code bei der Übergabe. Die Zustellung erfolgt dann nur, wenn eine zuvor elektronisch übermittelte Zahlenfolge genannt wird. Empfangsberechtigt sind laut Bericht alle im Haushalt anwesenden Personen, sofern sie den Code vorweisen können. Damit setzt DHL auf mehr Kontrolle bei Wertsendungen und orientiert sich an Verfahren, die bereits aus anderen Zustellprozessen bekannt sind.

Kostenpflichtige Optionen für empfindliche Ware

Für temperatursensible Lebensmittel und andere empfindliche Produkte soll der Versand gezielter steuerbar werden. Wer verhindern will, dass Sendungen an Packstationen umgeleitet werden, kann diese Option künftig senderseitig sperren. Dafür wird laut Bericht eine Gebühr von 1,69 Euro fällig. Bei Abwesenheit soll die Ware stattdessen direkt in eine geschützte Filiale gebracht werden.

Ergänzend führt DHL den Service „Sofort Zurück“ ein. Verderbliche oder kühlpflichtige Waren bleiben nach einem gescheiterten Erstversuch damit nicht mehrere Tage im Paketshop liegen. Sie gehen unmittelbar an den Absender zurück. Für diese Leistung nennt der Bericht 4,50 Euro netto je Sendung. Für Anbieter empfindlicher Waren entsteht dadurch ein klarer Prozess, der jedoch zusätzliche Versandkosten auslöst.

Zweitversuch und Kleinpaket werden teurer

Besonders relevant für den Handel ist die geplante Gebühr für den zweiten Zustellversuch. Laut den Unterlagen soll eine erneute Anfahrt künftig 2,99 Euro kosten, sofern sie eingeleitet wird. Bislang war der zweite Versuch vielfach Teil eines Kulanz- oder Standardprozesses, sofern die Sendung nicht bereits in Filiale oder Packstation lag. Offen bleibt, wie diese Kosten zwischen Absender und Kundschaft verteilt werden.

Auch beim DHL-Kleinpaket zeichnet sich eine Verteuerung ab. Ab Januar 2027 wird diese Versandart mautpflichtig. Erwartet wird ein Aufschlag von voraussichtlich zehn Cent pro Sendung. Da zugleich Kritik an längeren Regellaufzeiten im Vergleich zum Standardpaket besteht, dürfte die Wirtschaftlichkeit des Kleinpakets im Handel neu bewertet werden.

Eine Entlastung ist für Packstationen angekündigt. Im Frühjahr 2027 soll der Registrierungszwang entfallen. Künftig reicht ein dynamischer Abholcode per E-Mail, der auch weitergeleitet werden kann. Der nächste konkrete Schritt ist damit der Wegfall des Registrierungszwangs an Packstationen im Frühjahr 2027.

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