Alphabet steuert nach Quartalszahlen auf den größten Kursverlust seiner Geschichte zu, berichtet Fastcompany.com. Die Aktie habe nachbörslich mehr als zehn Prozent verloren, vorbörslich setze sich der Rutsch fort. Dabei wuchs der Umsatz im dritten Quartal um 25 Prozent auf 127,6 Mrd. Dollar, Google Cloud legte um 103 Prozent zu. Die Börse hatte allerdings mit 128,2 Mrd. Dollar gerechnet. Noch deutlicher verfehlte der bereinigte Gewinn je Aktie die Prognose: 2,67 statt 3,02 Dollar.
Alphabet steht nach den Zahlen zum dritten Quartal 2026 unter erheblichem Druck. Wie Fastcompany.com berichtet, verlor die Aktie nachbörslich mehr als zehn Prozent. Auch im vorbörslichen Handel setzte sich der Rückgang fort. Sollte das Minus bis zum Handelsschluss Bestand haben, droht Alphabet der größte Kursverlust nach Zahlen in der Geschichte von Google.
Starkes Wachstum reicht der Börse nicht
Auf den ersten Blick legte der Konzern kräftig zu. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 25 Prozent auf 127,6 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich Google Cloud mit einem Plus von 103 Prozent. Zudem überschritt die Gemini-App die Marke von einer Milliarde Nutzern. Damit beschreibt Alphabet Gemini als das am schnellsten wachsende Produkt der Unternehmensgeschichte und unterstreicht seine Ambitionen im Bereich KI.
Die Reaktion der Investoren fiel dennoch deutlich negativ aus. Der Grund liegt in den Erwartungen des Marktes. Laut den genannten Daten lag der Umsatz mit 127,58 Milliarden Dollar unter der Wall-Street-Prognose von 128,22 Milliarden Dollar. Noch schwerer wog der Gewinn je Aktie: Bereinigt meldete Alphabet 2,67 Dollar je Aktie, erwartet worden waren 3,02 Dollar. Der Abstand zwischen tatsächlichem Ergebnis und Konsensschätzung prägt die Bewertung stärker als das ausgewiesene Umsatzwachstum.
Gemini und Cloud überzeugen, die Aktie reagiert auf die Lücke
Die Zahlen zeigen eine ungewöhnliche Spannung zwischen operativer Dynamik und Kapitalmarkterwartung. Google Cloud wächst dreistellig, Gemini erreicht eine zentrale Nutzerschwelle, und der Konzern bleibt auf Wachstumskurs. Gleichzeitig hatte die Börse mehr erwartet. Gerade bei einem Unternehmen von Alphabets Größe reichen hohe Wachstumsraten allein nicht aus, wenn Umsatz und Gewinn spürbar unter den Annahmen der Analysten liegen.
Der Kursrutsch macht deutlich, wie sensibel der Markt auf Abweichungen bei großen Tech-Konzernen reagiert. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse nach Handelsschluss sank die Aktie um mehr als zehn Prozent. Am Morgen danach hielt der Verkaufsdruck an. Damit rückt weniger die absolute Höhe der Quartalszahlen in den Vordergrund, sondern die Frage, ob Alphabet die sehr hohen Erwartungen an Wachstum, Profitabilität und seine Rolle als AI-Hyperscaler erfüllen kann.
Historische Dimension bleibt an den Handelsschluss gebunden
Noch ist der mögliche Rekordverlust an eine Bedingung geknüpft. Laut Bericht wäre der Rückgang erst dann historisch, wenn das Minus bis zur Schlussglocke anhält. Die bisher genannten Daten markieren jedoch bereits eine klare Zäsur: mehr als zehn Prozent Verlust nachbörslich, eine Umsatzlücke von rund 640 Millionen Dollar zur Erwartung und ein bereinigter Gewinn je Aktie, der 35 Cent unter der Prognose liegt.
