Amazon streicht bis zu 250 Stellen in der Gerätesparte rund um Kindle und Echo, berichtet Reuters.com. Betroffen seien vor allem Softwareentwickler, die Nachricht sei frühmorgens per E-Mail und SMS eingetroffen. Bereits Anfang Oktober habe der Konzern knapp 1.000 Stellen im Handelsgeschäft gestrichen, darunter im Kundenservice und in der Händlerbetreuung. Amazon begründe die neuen Kürzungen mit Effizienz und der Produktplanung. Das Timing verwundere: Am Mittwoch habe Amazon fünf neue Alexa-Geräte vorgestellt.
Amazon streicht in seiner Gerätesparte erneut Stellen. Nach Angaben von Reuters fallen in der Einheit Devices and Services bis zu 250 Jobs weg, vor allem in der Softwareentwicklung. Betroffen ist damit ein Bereich, der Produkte wie Kindle, Echo und Alexa-Geräte verantwortet. Der Konzern bestätigte die Kürzungen auf Anfrage und sprach von der schwierigen Entscheidung, eine kleine Zahl von Rollen zu streichen.
Die betroffenen Beschäftigten wurden dem Bericht zufolge am frühen Mittwochmorgen per E-Mail und SMS informiert. Eine von Reuters eingesehene Nachricht einer Personalmanagerin verweist auf eine gründliche Überprüfung der Struktur. Amazon begründet den Schritt mit dem Ziel, effizienter zu arbeiten und die Organisation besser an der Produktplanung auszurichten. Damit rückt der Konzern erneut die interne Ausrichtung seiner Tech-Einheiten in den Fokus.
Kürzungen nach mehreren Produktvorstellungen
Das Timing fällt auf: Die Entlassungen folgen auf mehrere Produktankündigungen der vergangenen Wochen, darunter neue Kindle-E-Reader und Tablet-Computer. Am selben Mittwoch stellte Amazon zudem neue Alexa-Produkte vor, darunter einen Wecker und einen digitalen Bilderrahmen. Nach den Angaben aus dem Ausgangsbericht waren es insgesamt fünf neue Alexa-Geräte. Die Kürzungen treffen damit keinen Randbereich, sondern eine Sparte, die weiterhin sichtbar mit neuen Geräten im Markt präsent ist.
Bereits Anfang Oktober hatte Amazon rund 1.000 Stellen in seiner zentralen Handelssparte abgebaut. Genannt wurden dabei unter anderem Bereiche wie Kundenservice und Händlerbetreuung. Die jetzige Runde ist kleiner, zeigt aber, dass der Konzern auch nach Produktstarts und laufender Weiterentwicklung seiner Geräteplattform Kosten, Rollen und Prioritäten prüft.
Signal vor den Quartalszahlen
Für Amazon ist die Gerätesparte strategisch eng mit Alexa, Kindle und dem Ökosystem vernetzter Dienste verbunden. Zugleich stehen solche Einheiten regelmäßig unter Druck, ihre Entwicklungskosten und Produktpläne an die wirtschaftlichen Erwartungen des Konzerns anzupassen. Die Begründung, effizienter arbeiten und die Roadmap besser abbilden zu wollen, lässt offen, welche Projekte konkret betroffen sind.
Reuters verweist darauf, dass Amazon die Entlassungen nach einer Anfrage bestätigte. Weitere Details nannte das Unternehmen nicht. Der Bericht erscheint kurz vor einem wichtigen Finanztermin: Amazon legt seine Ergebnisse für das dritte Quartal nach Börsenschluss am Donnerstag vor.
