
Kaufhof bekommt Milliarden-Spritze
Eine Milliarde Euro will der neue Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company in die Hand nehmen, um die Warenhäuser zu modernisieren. Bereits in wenigen Tagen soll es losgehen.
Portraits, Strategien und Entwicklungen führender Handelsunternehmen und Konzerne. Fusionen, Übernahmen und Managementwechsel.
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Eine Milliarde Euro will der neue Kaufhof-Eigentümer Hudson's Bay Company in die Hand nehmen, um die Warenhäuser zu modernisieren. Bereits in wenigen Tagen soll es losgehen.

Verbundgruppen glichen mit ihrer Digital-Strategie und ihren Omnichannel-Ansätzen in der Vergangenheit eher der Mitgliederversammlung eines Kaninchenzuchtvereins als einer schillernden Party im Silicon Valley. Die Schuhwareneinkaufsgenossenschaft ANWR Group, die immerhin einige tausend Händler online in einem digitalen Schaufenster versammeln muss, schüttelt mit dem Umbau des Onlineshops schuhe.de den Provinz-Mief nun ab und lockt die Händler in die schöne weite Welt des Omnichannel. Zumindes...

Jedesmal, wenn ein Berater auf einer Kongress-Bühne Pure Player zum Totengräber der klassischen Händler erklärt, quietscht irgendwo beim Gehen ein Deichmann-Schuh*. Wahrscheinlich aus Protest. Der größte Schuhhändler Europas kann Verfolger wie Zalando weiter auf Abstand halten. Das verdankt er auch einer bedachten, unaufgeregten und soliden Omnichannel-Strategie. An der kann man ablesen, was derzeit wirklich sinnstiftend ist.

Volle Kassen, satte Gewinne. Zalando nutzt das heute verkündete Mega-Wachstum in Jahr 2015 auf fast drei Milliarden Euro (2,958 Milliarden Euro) für massive Investitionen. Die lassen selbst die einst von Otto unter dem LSD-Programm (Lead, Speed, Data) apostrophierten 300 Millionen Euro knickrig wirken. Doch wo wird der Innovationstreiber Zalando sein Geld arbeiten lassen?

Bei Amazon geschieht gerade Unerhörtes. Der Online-Riese verkauft Markenprodukte, die exklusiv für Prime-Mitglieder angeboten werden. Was in den USA bereits seit 2014 (!) in einem ausufernden Amazon-Forum mit vielen „WTF?“ diskutiert wird, lässt nun auch Kunden hierzulande in die Röhre gucken. Was erlauben Amazon? Oder hat der Affront vielleicht sogar Methode?

Zwei starke Textilmarken erleben schwierige Zeiten. Gerry Weber reagiert darauf mit Filialsschließungen, bei Hugo Boss verabschiedet sich der Chef Claus-Dietrich Lahrs.

Unternehmensverkäufe haben der Metro geholfen. Altlasten sind weg, neues Geld ist in der Kasse. Entsprechend kraftvoll gibt sich Konzernchef Olaf Koch.

Gut 100 Tage gehört Kaufhof zur Hudson's Bay Company. Der Chef des Warenhausunternehmens ist durchweg zufrieden. Olivier Van den Bossche spricht von steigenden Umsätzen und frischem Wind im Onlinegeschäft. Zudem erwartet er mehr Geld vom neuen Eigentümer.

Der spanische Automobilhersteller Seat feiert mit einem 290 PS starken Leon "20 Jahre Cupra-Modelle" und freut sich auf seinen ersten SUV.

Mit dem mächtigen XC 90 läutet Volvo eine neue Ära ein, weitere Premiummodelle folgen in diesem Jahr. Fast acht Milliarden Euro steckt der chinesische.

Wer wie die myToys-Gruppe von Otto im Verdacht steht, verkauft zu werden, auf der Bilanzvorstellung der Otto Group mit Liebesentzug gestraft wurde, der hübscht sich mit beeindruckenden Umsatzzahlen für den Markt besser erst einmal auf. Der MyToys-Gruppe ist das gelungen.