
Aldi droht Überwachungsskandal
Hessische Aldi-Filialleiter sollen sich einen Spaß daraus gemacht haben, Kundinnen in kurzen Röcken zu filmen. Noch weniger lustig ist, dass Kameras auch die PIN-Eingabe an der Kasse aufgezeichnet haben sollen.
Die Zukunft der Warenhäuser und Kaufhäuser: Karstadt, Kaufhof, Galeria und die Transformation großflächiger Handelsformate.
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Hessische Aldi-Filialleiter sollen sich einen Spaß daraus gemacht haben, Kundinnen in kurzen Röcken zu filmen. Noch weniger lustig ist, dass Kameras auch die PIN-Eingabe an der Kasse aufgezeichnet haben sollen.

In der Schlecker-Insolvenzverwaltung dürfte es derzeit laut zugehen. Denn die erst verbreitete Meldung über die Höhe der Abfindung für entlassene Mitarbeiter der Drogeriekette war wohl falsch.

Wenn selbst ein Richter zugibt, dass der Betrag eher mau ist, dann sagt das alles. Der Schlecker-Insolvenzverwalter bietet ehemaligen Beschäftigten eine bescheidene Abfindung an. Damit verfolgt er ein Ziel.

Hunderte ehemalige Schlecker-Beschäftigte haben mittlerweile Klage gegen ihre Kündigung eingereicht. Die Gewerkschaft hält deren Zahl aber für "vergleichsweise gering".

Laut Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wirft eine Gruppe ehemaliger Schlecker-Führungskräfte der Gewerkschaft Verdi die Manipulation der Betriebsratswahl 2010 vor.

Nach rund 15 Monaten im Aufsichtsrat des Essener Warenhausunternehmens Karstadt legt nun Ex-Kanzler-Gattin Doris Schröder-Köpf ihren Posten in dem Kontrollgremium nieder.

Schöne Theorie, aber von der Praxis weit entfernt - so sieht Verdi die Pläne des Schlecker-Insolvenzverwalters. Die Gewerkschaft erwartet zudem Auskünfte über die Ziele möglicher Investoren.

Verdi will verhindern, dass nur die Beschäftigten Opfer bringen, und immer mehr ehemalige Mitarbeiter klagen gegen ihre Kündigungen. Die Sanierung von Schlecker wird immer komplizierter.

Eine Milliarde Euro an Investitionen: 2012 werden nach den Planungen der Entwickler in Deutschland mehr Shoppingcenter gebaut als jeweils in den beiden Jahren zuvor.

Mit leeren Regalen wird es schwer, Schlecker zu retten. So lautet das Argument von Verdi. Die beklagten Lieferengpässe der Gewerkschaft relativiert der Insolvenzverwalter - und die Praxis sieht gar ganz anders aus.

Die Schlecker-Beschäftigten werden wohl nicht um einen Beitrag für die Sanierung ihres Arbeitgebers herumkommen. Die Gewerkschaft jedenfalls kann sich Verhandlungen vorstellen. Aber sie hat schon Forderungen.