
Schlecker-Insolvenzverfahren ist eröffnet
Das Amtsgericht Ulm wollte nicht länger auf ein Ergebnis zu den Transfergesellschaften warten und hat das Insolvenzverfahren für Schlecker heute eröffnet.
Die Zukunft der Warenhäuser und Kaufhäuser: Karstadt, Kaufhof, Galeria und die Transformation großflächiger Handelsformate.
1.158 Beiträge

Das Amtsgericht Ulm wollte nicht länger auf ein Ergebnis zu den Transfergesellschaften warten und hat das Insolvenzverfahren für Schlecker heute eröffnet.

Es geht Schlag auf Schlag: Die meisten Bundesländer wollen nicht für Schlecker bürgen. Es gibt nur noch schwache Hoffnung für das Zustandekommen einer Transfergesellschaft.

Das Papier ist 37 Seiten stark und gibt dem Fortbestehen von Schlecker wenig Chancen: Der Insolvenzverwalter des Unternehmens versucht, den Inhalt des PwC-Gutachtens zu relativieren.

Dieses Gutachten hat es in sich. Im Prinzip heißt nämlich das Fazit: Für Schlecker sieht es es düster aus. Hoffnung gibt es dagegen für die Mitarbeiter, die entlassen werden sollen.

Die Schlecker-Tochter IhrPlatz hat die Liste der zu schließenden Filialen bekannt gegeben. Es fallen weniger Standorte und damit auch weniger Jobs weg als bisher geplant.

Die Zeit drängt - aber die "Schleckerfrauen" haben immer noch keine Gewissheit, ob sie nach dem Jobverlust von einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. Baden-Württemberg ist weiter das aktivste Bundesland.

In den Verhandlungen für die Finanzierung einer Transfergesellschaft für Schlecker bewegen sich die Bundesländer voran - aber in ganz kleinen Schritten. Baden-Württemberg hat einen mutigen Vorschlag gemacht.

Während die "Schleckerfrauen" um ihre Existenzen kämpfen, fährt ihr alter Chef mit dem Porsche vor. Anton Schlecker und seine Familie haben trotz Firmenpleite ein gutes Auskommen, heißt es in einem Medienbericht.

Am Donnerstag wird sich entscheiden, ob die entlassenen Mitarbeiter der Drogeriemarktkette Schlecker in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden. Vertreter der Bundesländer wollen erneut über die notwendige Bürgschaft beraten.

Bei Schlecker werden Fakten geschaffen. Erst die Liste mit den Läden, die geschlossen werden. Jetzt die Liste mit den Mitarbeitern, die gehen müssen.

Für die "Schlecker-Frauen" ist das eine gute Nachricht: Es gibt neue Hoffnung, dass der angeschlagene Drogeriefilialist auf staatliche Hilfe bauen kann. Freilich ist dafür noch einiges zu tun.