
Neckermann wird endgültig geschlossen
Was zu erwarten war, ist nun Realität: Der letzte verbliebene potenzielle Investor für Neckermann hat sich auch zurückgezogen. Damit ist das Aus für den Versandhändler unausweichlich.
15.894 Beiträge

Was zu erwarten war, ist nun Realität: Der letzte verbliebene potenzielle Investor für Neckermann hat sich auch zurückgezogen. Damit ist das Aus für den Versandhändler unausweichlich.

Verdi hat Neckermann aufgegeben, von den Investorengesprächen erwartet die Gewerkschaft nicht mehr viel. Stattdessen gehe es nur noch um ein geordnetes Ende des Versenders.

Das sah schon einmal besser aus. Die aktuellen Septemberergebnisse des ECC-Konjunkturindex in Zusammenarbeit mit Rakuten, Trusted Shops und Hermes zeigen die Händler in zunehmend trüberer Stimmung. Die Geschäftserwartung ist im September fast 10 Punkte von ihrem Jahreshöchstwert entfernt und landet bei 133,9 Indexpunkten. Schlechter war die Stimmung 2012 nur im Frühjahr.

Jetzt ist es endgültig: Für Neckermann gibt es keine Hoffnung mehr. Der Versender wird abgewickelt. Der Insolvenzverwalter betont aber, dass ein Fortbestand des Unternehmens noch möglich ist.

Der angeschlagene Baumarktkonzern Praktiker kündigt an, sieben weitere Standorte auf die Marke Max Bahr umzustellen. Derweil droht dem Unternehmen laut einem Pressebericht das Geld auszugehen.

Angeblich verhandelt der Insolvenzverwalter noch mit einem Investor für Neckermann. Doch niemand weiß, wer der geheimnisvolle Interessent ist. Die Mitarbeiter bereiten sich auf den Jobverlust vor.

Esprit strengt sich an, um im harten Wettbewerb der Modeanbieter mithalten zu können. Der Modehändler will das Unternehmen in jeder Hinsicht umbauen. Zudem sollen neue Filialen eröffnet werden.

Neckermann wird abgewickelt. Viel wird man jetzt darüber reden, dass Neckermann zu spät, zu halbherzig auf die Erfordernisse des Internets und wandelnde Kundenbedürfnisse reagiert hat. Falsche Sortimente, Festhalten am verlustreichen Kataloggeschäft und so. Eine Onlinestrategie mit dem Katalog statt dem berühmten Brett vor dem Kopf. Doch das Ende ist auch das Ergebnis einer Kommunikation und Werbung, die über die Jahre immer austauschbarer und profilloser wurde. Das zeigt ein kleiner Rückblick.

Von Forrester kommt gerade die etwas ernüchternde Nachricht, dass sich nur knapp 1 Prozent der Verkäufe auf Links in Netzwerken zurückführen lassen. Social Media verkauft also eher nur mäßig. Die Zahl mag aber auch damit zusammenhängen, dass sich Empfehlungen bei Facebook und Co nur schlecht bis in die Warenkörbe der Freunde zurückverfolgen lassen. Ganz vorbei kommt man an den Netzwerken dennoch nicht. 85 Prozent der Hot 100 Retailer, sagt eine Studie von Exact Target, nutzen immerhin schon S...

Die Versandapotheke Sanicare ist zahlungsunfähig, berichtet ein Branchendienst. Nach dem Tod des Firmengründers musste das Unternehmen nun Insolvenz anmelden.

Es sind dürre Worte mit denen heute Neckermann zu Grabe getragen wird. "Die Geschäftsleitung musste heute aus insolvenzrechtlichen Gründen die Entscheidung fällen, die neckermann.de GmbH, die Neckermann Logistik GmbH sowie die Neckermann.Contact Heideloh GmbH abzuwickeln." Nach monatelangen Gesprächen mit über 50 Interessenten war zuletzt nur noch ein potentieller Investor übrig geblieben.