Deutsche Haushalte sparten 2025 18,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, deutlich mehr als der EU-Schnitt von 14,3 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. 2024 habe der Wert noch bei 19,6 Prozent gelegen. In Österreich liege die Quote bei 15,7 Prozent, in den USA bei 10,7 Prozent. Die Schweiz komme auf 27,4 Prozent, weil dort die private Altersvorsorge schwerer wiege. Spitzenjahr sei 2020 mit 22,9 Prozent gewesen, als die Pandemie den Konsum ausgebremst habe.
Deutsche Haushalte sparen im internationalen Vergleich viel
Private Haushalte in Deutschland legten 2025 18,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück. Damit lag die Bruttosparquote deutlich über dem Durchschnitt der EU von 14,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt zum Weltspartag am 30./31. Oktober mitteilt. Im ersten Halbjahr 2026 blieb die Quote nach vorläufigen Angaben ebenfalls bei 18,9 Prozent. Gegenüber 2024, als sie 19,6 Prozent betrug, ist die Sparneigung damit leicht zurückgegangen, bleibt aber im internationalen Vergleich hoch.
Auch gegenüber einzelnen Industriestaaten fällt Deutschland durch eine überdurchschnittliche Sparquote auf. Frankreich kam 2025 auf 17,8 Prozent, die Niederlande auf 17,4 Prozent und Österreich auf 15,7 Prozent. Italien lag mit 10,8 Prozent deutlich niedriger, die Vereinigten Staaten mit 10,7 Prozent ebenfalls. Eine Ausnahme bildet die Schweiz: Dort erreichte die Bruttosparquote 27,4 Prozent. Als Grund nennt Destatis die größere Bedeutung der privaten Altersvorsorge.
Langfristig stabile Sparneigung
Der Blick auf die vergangenen zehn Jahre bestätigt das Bild einer ausgeprägten Sparneigung in Deutschland. Zwischen 2016 und 2025 sparten die privaten Haushalte im Durchschnitt 19,1 Prozent ihres Einkommens. Frankreich lag in diesem Zeitraum bei 16,6 Prozent, die Niederlande bei 16,3 Prozent, Österreich bei 15,3 Prozent, Italien bei 12,1 Prozent und die USA bei 13,0 Prozent. In der Schweiz war der Durchschnitt mit 24,5 Prozent erneut höher als in Deutschland.
Den höchsten Wert der jüngeren Vergangenheit erreichte Deutschland 2020 mit 22,9 Prozent. Während der Covid-19-Pandemie konsumierten die Menschen weniger als üblich, wodurch ein größerer Anteil des verfügbaren Einkommens gespart wurde. Danach normalisierte sich die Quote, blieb aber oberhalb vieler Vergleichsländer. Für 2025 und das erste Halbjahr 2026 weist Destatis darauf hin, dass die Daten noch vorläufig sind.
Was die Bruttosparquote misst
Die Bruttosparquote zeigt, welcher Anteil des verfügbaren Bruttoeinkommens privater Haushalte gespart wird. Sie umfasst auch neu erworbene betriebliche Versorgungsansprüche. Bewertungsänderungen wie Kursgewinne, Kursverluste oder Wertveränderungen bei Immobilien zählen weder zum Sparen noch zum Einkommen. Abschreibungen, vor allem auf selbst genutzte und vermietete Wohnungen, sind bei der Bruttosparquote noch enthalten. Deshalb liegt die Nettosparquote, bei der diese Abschreibungen abgezogen werden, niedriger.
Für internationale Vergleiche wird üblicherweise die Bruttosparquote verwendet. Die Daten stammen nach Angaben von Destatis unter anderem von Eurostat, der OECD sowie nationalen Statistikämtern. Der aktuelle Befund bleibt klar: Deutschland gehört bei der Sparquote weiterhin zur oberen Gruppe vergleichbarer Industriestaaten, zuletzt mit 18,9 Prozent im Jahr 2025 und im ersten Halbjahr 2026.
