
Schlecker: Aufstieg und Fall eines Drogerieimperiums
In nur 36 Jahren wuchs Schlecker aus den Anfängen in Baden-Württemberg zum europaweit agierenden Handelsriesen. Wir zeigen die wichtigsten Stationen der nun insolventen Drogeriekette.
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In nur 36 Jahren wuchs Schlecker aus den Anfängen in Baden-Württemberg zum europaweit agierenden Handelsriesen. Wir zeigen die wichtigsten Stationen der nun insolventen Drogeriekette.

Kleine Gemeinden fürchten die Schließung der Schlecker-Filiale vor Ort. Doch solche Kleinstläden haben der Drogeriekette die größten Probleme bereitet. Die Bereinigung des Filialnetzes dürfte einige Orte hart treffen.

In Deutschland insolvent, in Österreich profitabel: Die Schlecker-Tochter in Wien meldet gute Umsatzzahlen und will sogar neue Filialen eröffnen.

In der Krise sucht Schlecker den direkten Kontakt mit den Arbeitnehmern, unter anderem via Blog. Derweil bangen die Mitarbeiter - meistens Frauen - um ihre Jobs. Und geben ihren Arbeitgeber nicht auf.

Bei Schlecker gibt es wieder etwas zu kaufen: Das Unternehmen meldet den Eingang von Lieferungen. Die Gewerkschaft Verdi begrüßt die Einbindung der Beschäftigten beim Kampf um den Erhalt der Drogeriekette.

Zu klein, zu verwinkelt, schlechte Lage: Für Immobilienmakler sind Schlecker-Filialen keine Top-Standorte. Viele Läden sind unvermittelbar, sagen Experten. Das ist keine gute Prognose für den Einzelhandel.

Die Insolvenz des Drogeriediscounters Schlecker könnte für einen Millionenschaden bei den Kreditversicherern sorgen. Ein Rückversicherer prüft schon mal das Risiko.

Wenn sich Schlecker behaupten will, kommt die Drogeriekette nicht umhin, sich neu zu erfinden. Dafür braucht es aber ein vielfältigeres Sortiment. Doch viele Filialen sind dafür zu klein, mahnt ein Handelsexperte.

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker hat sich bislang mit rund 150 Lieferanten geeinigt, die den Konzern weiter beliefern wollen. Auslandstöchter sind "Teil der Insolvenzmasse".

In der Krise gibt sich Schlecker offen: Das Familienvermögen sei aufgezehrt, für Firmengründer Anton Schlecker gelte die Privatinsolvenz. Aber die Drogeriekette glaubt an sich. Und der Finanzchef verblüfft mit einer Bilanz.

Arndt Geiwitz ist derzeit der wichtigste Mann bei Schlecker. Der vorläufige Insolvenzverwalter hat weitreichende Kompetenzen bekommen, die Drogeriekette zu retten. Unklar ist nur, woher Schlecker das Geld dafür nehmen will.

Das Vermögen war das Unternehmen - und nun kämpft das Unternehmen gegen sein Ende. Schlecker hat keine finanziellen Reserven mehr, war heute die Botschaft. Trotzdem glaubt die Familie an ihr Lebenswerk.