
Schlecker ist nicht Opel
Das Gezerre um staatliche Hilfe für Schlecker dauert an. Für das Bundeswirtschaftsministerium ist das Ländersache. Zudem sei dieser Fall nicht vergleichbar mit der Rettung des Autobauers Opel.
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Das Gezerre um staatliche Hilfe für Schlecker dauert an. Für das Bundeswirtschaftsministerium ist das Ländersache. Zudem sei dieser Fall nicht vergleichbar mit der Rettung des Autobauers Opel.

Rund 2.000 Schlecker-Filialen sollen auf jeden Fall geschlossen werden, bei 400 könnte das endgültige Aus vielleicht noch abgewendet werden, sagt der Insolvenzverwalter, der erneut nach Staatshilfen ruft. Einen Verbündeten hat Geiwitz dabei auf seiner Seite.

Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker bekommt keine KfW-Kredite für den Aufbau einer Transfergesellschaft für entlassene Mitarbeiter. Mehrere hundert Mitarbeiterinnen demonstrierten in Frankfurt.

Für entlassene Schlecker-Mitarbeiter soll eine Transfergesellschaft geschaffen werden, die mit einem Millionen-Darlehen zwischenfinanziert werden soll. Der Plan wird von der Politik unterstützt.

Verdi will die geplanten Filialschließungen bei Schlecker genau prüfen. Während die politischen Bemühungen um die insolvente Drogeriekette weiterlaufen, wollen Mitarbeiterinnen bundesweit demonstrieren.

Seit Dienstag wird über das Schicksal von rund 12.000 Schlecker-Beschäftigten entschieden. Für die Idee, die Drogeriekette auch mit Staatshilfe zu retten, gibt es hingegen nicht nur Beifall.

Der Absturz von Schlecker bleibt nicht ohne Folgen für den gesamten Einzelhandel. So setzen nicht nur direkte Konkurrenten neuerdings mehr Drogerieprodukte ab.

Dirk Roßmann sieht keine große Zukunft für Schlecker. Der Gründer der Drogeriemarktkette Rossmann hat auch weiterhin wenig Interesse an Filialen des Mitbewerbers, aber an Mitarbeitern.

Schlecker macht Tempo: Der ehemalige Rewe-Vorstand Stephan Fanderl soll die Führung der Drogeriekette ergänzen. Welches Bankhaus die Investorensuche des Insolvenzverwalters begleitet, ist ebenfalls klar.

Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz will ein knappes Viertel der Filialen schließen und mehr als 900 Mitarbeiter entlassen. Bundesministerin von der Leyen fordert Klarheit über die geplante Schlecker-Transfergesellschaft.

Nach dem schlimmsten Tag in der Geschichte von Schlecker hat der Kampf ums Überleben des Unternehmens begonnen. Auch die Politik soll helfen, denn es handele sich um eine außergewöhnliche Insolvenz.

Die immensen Folgen der Schlecker-Sanierung beschäftigen auch Verdi. Die Gewerkschaft kündigt bereits großen Einsatz für die Beschäftigten an, die überwiegend Frauen sind.