
Migros leidet unter dem "Frankenschock"
Für Schweizer Einzelhändler war 2015 ein schweres Jahr. Denn immer mehr Eidgenossen fahren zum Einkaufen ins billige Deutschland. Migros ist daher schon mit einem winzigen Umsatzplus zufrieden.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

Für Schweizer Einzelhändler war 2015 ein schweres Jahr. Denn immer mehr Eidgenossen fahren zum Einkaufen ins billige Deutschland. Migros ist daher schon mit einem winzigen Umsatzplus zufrieden.

Nicht viele Kunden bestellen Lebensmittel im Internet. Doch die onlineaffinen Konsumenten schon. Vor allem Haltbares wird gerne im Netz geordert.

Die Verbraucher kaufen wieder verstärkt Möbel. Vor allem gerne Schlafzimmereinrichtungen. Die Branche blickt daher auf ein gutes Jahr 2015 zurück.

Stationärer Handel in der Krise? Das gilt offenbar nicht für die Center. Denn hier ist das Wachstumstempo so hoch wie lange nicht mehr. Offenbar wird die Branche auch beflügelt von ausländischen Marken, die nach Deutschland drängen.

Die Prognosen waren schon gut, die Realität ist fast noch besser. Denn die einkaufsfreudigen Deutschen treiben die Umsätze der Einzelhändler. Eine Änderung ist auch für 2016 nicht in Sicht.

2015 war das Jahr der Kauflaune, das lässt sich jetzt schon an den Zahlen ablesen, die das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Die Handelsbranche erlebte ein Umsatzplus wie lange nicht mehr.

An Weihnachten brummt auch bei Amazon das Geschäft. Trotzdem kann der Versender nicht unbeschwert sonntags seine Waren verschicken. Das nächste Gericht untersagt an diesem Freitag die Arbeit.

Den Deutschen dürfte auch 2016 die Kauflaune nicht vergehen. Denn ihr finanzieller Spielraum vergrößert sich, prognostiziert die GfK. Freilich gibt es erhebliche regionale Unterschiede.

Ab dem bevorstehenden vierten Adventswochenende dürfte es im Einzelhandel brummen, denn die Verbraucher lassen sich immer mehr Zeit mit dem Einkauf. Klar ist auch, dass die Händler davon profitieren, die online präsent sind.

Aus der Branche für die Branche: So lautet das Motto des neuen Onlinemarktplatzes der Verbundgruppe EDE. Händler für Handwerkerbedarf sollen von dem neuen Vertriebskanal profitieren.

Noch immer wartet der Einzelhandel auf den Kundenansturm vor Weihnachten. Immerhin war das zurückliegende Wochenende ein Lichtblick, doch nicht für die gesamte Branche.