
Niceshops zeigt, wie Nischenhändler wieder skalieren
200 Mio. Euro Umsatz, 20 Prozent Wachstum, IPO-Fantasie: Niceshops liefert Händlern eine Lektion über Spezialisierung, Effizienz und kontrollierte Internationalisierung.
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200 Mio. Euro Umsatz, 20 Prozent Wachstum, IPO-Fantasie: Niceshops liefert Händlern eine Lektion über Spezialisierung, Effizienz und kontrollierte Internationalisierung.

Der Berliner Concept Store Voo beendet seinen regulären Online-Verkauf und konzentriert sich wieder auf den Laden in Kreuzberg, meldet Retail-News.de. Grund für die Restrukturierung: Binnen eineinhalb Jahren sei der Online-Umsatz um 30 bis 25 Prozent geschmolzen und der Gesamt-Umsatz 2025 um 15 Prozent. Die Website bestehe weiter und biete künftig redaktionelle Inhalte und gelegentliche Drops.

Nicht Schnäppchen bei Elektronik oder Luxus, sondern der regelmäßige Wiederkauf von Alltagsprodukten treibt den Online-Handel bis 2030, meldet Retail-News.de. Laut ECDB-Prognosen dürfte die Kategorie Reinigungsutensilien, beispielsweise Wischmopps und Eimer, mit 23,8 Prozent jährlich am stärksten wachsen, gefolgt von Backwaren (20,8 Prozent), Kochboxen (19,1 Prozent) und Pflanzen (16,9 Prozent). Eine Chance für Online-Händler: Wer Abos und automatisierte Nachbestellungen ermögliche, könne Wiederkäufer enger an sich binden.

Lufthansa Cargo hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 16 Prozent auf 1,92 Mrd. Euro gesteigert, meldet Transport-Online.de. Das bereinigte operative Ergebnis sei um 47 Prozent auf 199 Mio. Euro geklettert, die Marge habe sich auf 10,4 Prozent verbessert. Im zweiten Quartal habe das Unternehmen Heyworld und CB Customs Broker zur neuen Gesellschaft Globecross verschmolzen. Diese bündle digitale Zolldienste, E-Commerce und integrierte Logistik bis zur Zustellung.

Tiktok Shop hält im vietnamesischen E-Commerce einen Marktanteil von 41 Prozent, ein Plus von zwölf Prozentpunkten binnen eines Jahres, meldet Vietnam.vn. Seit dem Markteintritt im April 2022 trage das Modell „Discovery Commerce“ den Aufstieg, bei dem Videos und Livestreams Kauflust wecken. Interessanter aber sei die zweite Bewegung: Nach Tiktok-Shop-Zahlen wachse der Umsatz aus aktiver Suche um 55 Prozent, jener der Shop-Seite um 67 Prozent. Der Konzern wandele sich zu einem Suchmarktplatz.

Nur 33,8 Prozent der österreichischen Einzelhandelsunternehmen ab zehn Beschäftigten verkaufen online, berichtet ORF.at. Damit rangiere Österreich auf EU-Platz 18 und unter dem Durchschnitt von 36,4 Prozent. Zum Vergleich: Dänemark komme auf 63,9, Deutschland auf 42,8 Prozent. Noch magerer falle der Umsatzanteil aus: nur 5,4 Prozent statt 10,6 Prozent im EU-Schnitt. Ein Lichtblick: 2025 habe der Einzelhandel online wieder mehr Produkte als im Vorjahr verkauft.

KI-gestützte Shopping-Suchen legten binnen zwölf Monaten um 200 Prozent zu, meldet Techbuzz.ai. 86 Prozent der befragten E-Commerce-Führungskräfte sähen dadurch auch die Erwartungen der Kundschaft steigen. Statt Stichworte einzutippen, führten Shopper immer häufiger Gespräche mit dem Assistenten. Frühe Anwender berichteten von höheren Konversionsraten und volleren Warenkörben, während Händler mit traditioneller SEO-Infrastruktur zunehmend an Anteilen verlören. Kleinere Online-Händler sorgten sich außerdem vor einer Machtkonzentration bei den größeren, ressourcenstärkeren Plattformen.

Temu tritt der Brüsseler Plattform Cross-Border Commerce Europe als Mitglied bei, berichtet Channelx.world. Das Netzwerk bündele laut eigenen Angaben die C-Level-Entscheidungsträger von über 9.000 internationalen Handelsunternehmen, Marktplätzen und E-Commerce-Experten. Zu den Mitgliedern gehören globale Riesen wie Ikea, Adidas, Lego, Decathlon und Hugo Boss. Temu wolle sich an den Accelerator-Aktivitäten beteiligen, eigene Expertise einbringen und Verkäufern Onboarding-Ressourcen an die Hand geben.

Wax Lyrical, der größte Raumduft-Hersteller Großbritanniens, bekannt für Duftkerzen, Raumdüfte oder Körperpflege-Produkte, verkauft jetzt online direkt an Endkunden, berichtet Retailtimes.co.uk. Bislang sei das Sortiment nur über Handelspartner erhältlich gewesen; nun biete man die Produktpalette gebündelt an einem Ort.

Mode bleibt mit rund 20 Prozent der Online-Konsumausgaben in Westeuropa die zweitgrößte E-Commerce-Kategorie hinter Hi-Tech, meldet NielsenIQ.com. Doch: Während der Gesamtmarkt um fünf Prozent zulegen konnte, sei die Online-Mode nur auf drei Prozent gekommen. Vorsichtigere Käufer bremsten das Tempo. Der Markt zersplittere hauptsächlich zwischen Zalando, Amazon, Vinted, Shein, Temu und Tiktok Shop. Second-Hand habe sich mittlerweile vom Nischenphänomen zum strukturellen Treiber gemausert, besonders bei jüngeren Kunden, die Neues und Gebrauchtes selbstverständlich miteinander mischten.

Mehr als jeder zweite Nutzer indischer Quick-Commerce-Apps hat schon abgelaufene oder fast abgelaufene Ware erhalten, meldet Timesnownews.com. 18,9 Prozent hätten bereits verfallene Produkte bekommen, 33,5 Prozent knapp vor Ablauf stehende. Herstellungs- und Ablaufdaten fehlten in vielen Produktlisten komplett. Auf Nachfragen schwiegen Anbieter wie Blinkit, Zepto und Swiggy Instamart bislang.