
Warum Homosexuelle Facebook mögen und gerne bei Aldi kaufen
Das Einkaufsverhalten von Heterosexuellen und Homosexuellen ist gar nicht so verschieden. Doch auf die Feinheiten kommt es an. Das freut nicht nur Online-Lebensmittelhändler.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

Das Einkaufsverhalten von Heterosexuellen und Homosexuellen ist gar nicht so verschieden. Doch auf die Feinheiten kommt es an. Das freut nicht nur Online-Lebensmittelhändler.

Die Größe macht's im Einzelhandel schon lange nicht mehr. Wer heute noch zu viel Fläche hat, wird es morgen bereuen. Ein Hamburger Baumarktbetreiber hat das verstanden, Ceconomy und Ikea wollen jetzt auch in kleineren Dimensionen denken. Und hier kommen wieder die Karstadt-Kaufhof-Häuser ins Spiel.

Das Chaos bei der Paketzustellung erzwingt neue Lösungen. Im City Center Bergedorf wird in einem Paketshop seit fünf Monaten bewiesen, was möglich ist, wenn mehrere Logistiker über ihre Schatten springen. Das ist gut für die Kunden, für die Logistiker und für das Einkaufszentrum. 2019 sollen weitere dieser Shops folgen - vielleicht ist dann sogar Amazon dabei.

Check-in wie am Flughafen, kein Sortiments-Overkill und geheimnisvolle Schränke in der Umkleidekabine. Der neue Hamburger Laden des Onlinehändlers Bonprix testet eine neue Form des stationären Einkaufens, bei dem das Smartphone der Steuerknüppel ist. Etailment hat sich vorab umgesehen.

Weltweit rückt Amazon beim Umsatz dem Giganten Walmart immer näher, und in Deutschland gibt kein zweiter Onlinehändler derart viel Geld für Werbung aus. Dabei zeigt sich ein Trend.

Selbstverständlich können Roboter den Unterhosengeschmack von Onlinejournalisten ermitteln. Man kann mit Robotern auch Sex haben. Und sogar Popsongs können sie schreiben. Doch das ist alles seelenlos und für die Masse. Denn der Algorithmus wird nie etwas Einzigartiges schaffen. Der Mensch als Schöpfer wird immer den Unterschied machen.

Wer derart vom Wetter abhängig ist, wie die Intersport-Händler, der spürt jede kleinste Klimaverschiebung. Das zeigt die Minusbilanz für das Jahr 2018. Doch die Umsatzrückgänge nur auf ausbleibenden Schnee zu schieben, wäre falsch. Dafür hat die Verbundgruppe jetzt große Pläne. Und der Januar hat erstmal die Stimmung gehoben.

Fanden Sie auch, dass es im Handel in dieser Woche ein bisschen streng roch? Überall stieß man nämlich auf B-Ware. Auf die eine oder andere Art. Da verging sogar einem Komiker das Lachen.

Die Umsatzbilanz des HDE hielt der Prognose stand, für die Zukunft ist Zurückhaltung angesagt. Stillstand ist möglich. Das liegt an der Fläche. Der E-Commerce ist letztlich der Grund dafür, dass die gesamte Handelsbranche überhaupt noch wächst.

Statistiken können zugleich verwirren und vereinfachen, hat der amerikanische Schriftsteller Darrell Huff geschrieben. Der Meister hätte an manch aktuellem Zahlenwerk zum Onlinehandel seine Freude. Oder auch nicht.

Das Online-Geschäft mit Möbeln wird immer wichtiger, ist gut verteilt und wird beherrscht von den Großen, die Masse bieten. Wollen stationäre Händler mitspielen, müssen sie perfekte Multichannel-Lösungen bieten. Aber das ist nicht schwer.

Krisenzeichen, heißt es, die gebe es jetzt für 2019 überall zu sehen. Das hat Folgen für Konsum und Handel. Aber: Gegessen wird immer. Die Frage ist nur was? Aber auch da sind wir Deutschen Krisen- und Konsum-erprobt.