
Chinas KI-Modelle zwingen Händler zum Stack-Check
Kimi, DeepSeek und Zhipu machen die Modellwahl zur Einkaufsfrage. Händler sollten Leistung, Kosten, Compliance und Ausstiegspfade jetzt sauber vergleichen.

Kimi, DeepSeek und Zhipu machen die Modellwahl zur Einkaufsfrage. Händler sollten Leistung, Kosten, Compliance und Ausstiegspfade jetzt sauber vergleichen.

Digitale Bevölkerungsmodelle versprechen bessere Sortiments- und Standorttests. Händler sollten sie nutzen – aber nur mit klarer Governance und echten Daten als Gegengewicht.

Asiatische Unternehmen wollen ihre KI-Nutzung binnen zwölf Monaten spürbar ausweiten, meldet Alizila.com. Rund die Hälfte der von Alibaba Cloud befragten IT-Entscheider experimentiere bereits mit KI-Produkten. Ob kommerziell oder Open Source sei dabei zweitrangig – gefragt sei vor allem das Rundum-Sorglos-Paket aus Cloud und KI. Doch genau an diesen branchenspezifischen Lösungen mangele es noch. Für die kommende Zeit der KI-Agenten gründe Alibaba mit dem Token Hub einen eigenen Geschäftsbereich, der Rechenleistung für KI-Modelle als Massenware verkaufen solle.

Beschäftigte nutzen KI täglich, lassen sie aber ungern von der Leine, meldet Techradar.com. Laut einer TeamViewer-Studie lehnten 61 Prozent eigenständiges Handeln der Software ab, nur 35 Prozent gäben ihr freie Hand – davon wiederum 71 Prozent ausschließlich für klar umrissene Aufgaben. Die Befragten wünschten sich zur Vertrauensbildung allgemein Sicherheit und Datenschutz und konkret: Benachrichtigung vor wichtigen Änderungen der KI, Einhaltung von Zugriffsbeschränkungen, Monitoring-Tools und eine Rückgängig-Funktion.

Die großen Social-Media-Plattformen gehen gegen den zunehmenden KI-Müll (AI Slop) vor, berichtet Businessinsider.com. Youtube präzisiere seine Regeln gegen „unauthentische Inhalte“: KI zum Erzählen werde belohnt, generische Massenware verliere die Monetarisierung. Substack habe angekündigt, KI-Anteile in Texten für Leser sichtbar zu machen, allerdings könnten Autoren den verwendeten Detektor Pangram auch abschalten. Tiktok und Pinterest bauten hauptsächlich darauf, dass ihre Creator die Inhalte richtig kennzeichneten; beide böten Nutzern einen Schieberegler für die Menge gezeigter KI-Inhalte. Meta labele auf Facebook, Instagram und Threads selbst, seit Juni auch die Werbung.

Ikea taucht bevorzugt in KI-Antworten auf, weil der Möbelkonzern seine Daten wie seine Aufbauanleitungen strukturiert hat, berichtet Manager-Magazin.de. Vertrauen entstehe im KI-Zeitalter technisch – durch Datenqualität statt Markenbekanntheit. Sprachmodelle bewerteten, wie konsistent und eindeutig Informationen vorliegen. Präsenz sichere sich, wer Inhalte laufend aktualisiere und indexieren lasse. Diffus positionierte Marken würden verwechselt oder ignoriert. Ikea kommuniziere pragmatisch und unaufgeregt, also spiegele die KI das genauso wider.

Eine Bundesrichterin in San Francisco hat Anthropics Vergleich über 1,5 Mrd. Dollar im KI-Urheberrechtsstreit genehmigt, meldet Engadget.com. Autoren hätten dem Unternehmen 2024 vorgeworfen, raubkopierte Werke zum Training seiner Claude-Modelle genutzt zu haben. Das Training selbst gelte zwar durchaus als Fair Use, doch die Speicherung von 7 Mio. Büchern in einer zentralen Bibliothek als Rechtsverletzung. Der Vergleich decke über 480.000 Werke ab; Autoren erhielten rund 3.000 Dollar pro Werk, Anthropic müsse außerdem die Kopien vernichten.

Microsoft steckt Milliarden in Mistrals Recheninfrastruktur in Europa, berichtet Reuters.com. Azure-Kunden könnten künftig Software über Mistrals französische Rechenzentren entwickeln, was regulierten Branchen eine Alternative zur US-kontrollierten Infrastruktur biete. Mistral bringe seine Modelle Medium 3.5 und OCR 4 in Microsofts Foundry ein, Medium 3.5 zusätzlich in Copilot Studio. Das Streben nach einer „souveränen“ europäischen KI sei durch die jüngste US-Entscheidung, den Zugang zu zwei Anthropic-Modellen zu pausieren, noch dringlicher geworden.

Amazon Business hat im zweiten Quartal einen Bruttoumsatz von 60 Mrd. Dollar erreicht, meldet Channelx.world. Weltweit kauften inzwischen mehr als elf Mio. Organisationen über die Beschaffungsplattform ein, vom Krankenhaus bis zum Hotelkonzern. Zwei neue KI-Werkzeuge sollen helfen: „Savings Insights“ durchleuchte das Ausgabeverhalten und schlage Mengenrabatte oder Nachbestellungen vor, während „Spend Anomaly Monitoring“ bei ungewöhnlichen Käufen Alarm schlage.

Britische KMU-Inhaber verbringen fast doppelt so viel Zeit mit Verwaltung wie mit dem Ausbau ihres Geschäfts, zitiert Channelx.world das „SME Business Barometer“. Elf Wochenstunden verschlängen Administrations- und Finanzaufgaben im Durchschnitt, das entspreche sechs Arbeitstagen im Monat. Mehr als die Hälfte klagte, der Papierkram bremse sie aus; ein Drittel nannte die eigene Kapazität als größte Wachstumsbremse. Entlastung erhofften viele von KI: Ein Drittel würde sie für Verwaltungszwecke einspannen, ein Fünftel empfinde sie wie eine zusätzliche Arbeitskraft.

About You und die B2B-Tochter Scayle haben das KI-Fotostudio „Tayla by Scayle“ gestartet, wie Fashionnetwork.com berichtet. Das hauseigene Fotostudio hätten die Hamburger dafür geschlossen. Die Kunden wählten Model, Outfit und Setting und erhielten fertige Bild-Sets für Produktseiten, Kampagnen und Social Media – in Minuten statt Wochen, bei rund 90 Prozent geringeren Kosten. Erste Kunden der SaaS-Lösung seien S.Oliver, Betty Barclay und der FC Bayern München. Nach zweieinhalb Monaten liege der wiederkehrende Jahresumsatz bereits über einer Mio. Euro.