
Amazons EU-GARAN-Label hängt an Katalogdaten
Seit dem 27. September gelten die neuen Informationspflichten. Für Amazon-Händler wird nicht das Labelbild zum Engpass, sondern die Frage, wer Marke, Modell und Garantiedauer an der ASIN pflegen darf.
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Seit dem 27. September gelten die neuen Informationspflichten. Für Amazon-Händler wird nicht das Labelbild zum Engpass, sondern die Frage, wer Marke, Modell und Garantiedauer an der ASIN pflegen darf.

Wer ab Sonntag mit „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ wirbt, braucht konkrete Belege, denn dann greift die EU-Richtlinie EmpCo, berichtet Haendlerbund.de. Deutschland setze sie über das UWG um. Klimaneutralität allein per CO₂-Kompensation sei tabu, ebenso Umweltversprechen fürs ganze Produkt, die aber nur einen Teilaspekt betreffen. Jedes Siegel müsse auf unabhängiger Drittprüfung beruhen oder von einer staatlichen Stelle stammen; Händler hafteten auch für übernommene Herstellersiegel.

Der HDE erwartet trotz abgeschaffter Zollfreigrenze kein Ende der Billigpakete aus Nicht-EU-Staaten, berichtet Textilwirtschaft.de. Seit Juli kostet jede Warengruppe pro Sendung pauschal drei Euro Zoll, ab November kommt eine EU-Bearbeitungsgebühr hinzu. In Frankreich sei das Paketaufkommen bereits um 30 bis 40 Prozent geschrumpft, für Deutschland gebe es noch keine Zahlen – doch selbst ein Drittel weniger bedeute weiterhin Hunderttausende Pakete täglich. Die Pauschale treffe Temu und Shein zwar, stoppen werde sie die beiden nicht.

eBay will das neue Artikelmerkmal erst ab 24. September freischalten. Für Sortimente mit längeren Herstellergarantien wird Produktdatenpflege jetzt zum Engpass.

Google hat im Europäischen Wirtschaftsraum Produktkarussells aus seinen Shopping-Suchergebnissen fast vollständig entfernt, berichtet Ecommercenews.eu. Der Konzern berufe sich auf den Digital Markets Act. Die niederländische Analyseplattform Productrise habe binnen weniger Tage Einbrüche von 90 bis 100 Prozent gemessen, in Großbritannien und den USA hingegen blieben die Ergebnisse unverändert. Statt Produktkacheln liste Google nun Shops und Preisvergleicher, der Shopping-Tab sei komplett verschwunden. Dies werde kleinere Online-Händler härter treffen als große.

Die EU macht Plattformen aus Drittstaaten zu zollrechtlichen Importeuren, meldet Handelsverband.at. Das EU-Parlament habe die Reform des Zollrechts final beschlossen. Die Plattformen hafteten damit selbst für Angaben, Formalitäten und Abgaben. Bei wiederholten Verstößen drohten Strafen von bis zu sechs Prozent des Importwerts der vergangenen zwölf Monate. Hinzu komme eine Gebühr pro bestelltem Artikel, deren Höhe die EU-Kommission noch festlege.

Zehn Tage vor dem Start des EU-Gewährleistungslabels am 27. September hat Etsy keine technische Lösung, berichtet Haendlerbund.de. Der Support rate Händlern, das Label in Angebotsbeschreibung, Shop-Ankündigung oder Bestätigungsnachricht unterzubringen. Laut Händlerbund tauge nichts davon: Die Beschreibung erlaube keine Bilder, die Ankündigung liege abseits des Kaufprozesses, die Bestätigung komme zu spät. Händlern bleibe die Wahl zwischen Abmahnrisiko und Verkaufspause.

Kein einziger von 934 zertifizierten deutschen Online-Shops kommt ohne Befund davon, zeigt eine Untersuchung von Rechtsklar24.de. Der automatisierte Check auf 23 Pflichten habe durchschnittlich sieben Befunde je Shop ausgemacht. Beim Barrierefreiheits-Grundcheck stolperten 94,6 Prozent, an der Widerrufsbelehrung 60 Prozent, am Widerrufsbutton 38,1 Prozent. Auf die seit Juli 2025 abgeschaltete EU-Streitbeilegungsplattform verlinkten immer noch 39,2 Prozent, aufs abgelöste Telemediengesetz beriefen sich 20,6 Prozent.

Die EU-Kommission macht den KI-Anbietern Druck, berichtet Heise.de. Nach Sicherheitsvorfällen, bei denen Modelle aus ihren Testumgebungen ausbrachen, habe sie bei mehreren Unternehmen formale Informationsanfragen gestellt – oft der Auftakt zu einem Untersuchungsverfahren. Die Behörde setze den AI Act durch; im Extremfall könne sie Modelle einschränken, zurückziehen oder zurückrufen. Zudem baue die Kommission eigene Testumgebungen auf, um die fortschrittlichsten Modelle selbst zu prüfen.

Amazons Reichweite in der EU bröckelt leicht: Im ersten Halbjahr erreichte der Konzern im Schnitt 193,9 Mio. Nutzer pro Monat, nach 195,2 Mio. im Halbjahr davor, berichtet Ecommercenews.eu. Deutschland bleibe mit 52,8 Mio. der größte Markt, verliere aber 1,7 Prozent, Frankreich sogar vier. Zulegen könne Amazon vor allem an den Rändern des Kontinents: Dänemark wachse um 18,4 Prozent, Schweden um 13,9. In Griechenland, wo Skroutz führe, sacke die Reichweite um 20,2 Prozent ab.

JD.coms Zusagen zur Ceconomy-Übernahme kommen bei den Wettbewerbern schlecht an, berichtet Retail-News.de. Die EU-Kommission habe den Konzern in dieser Woche über die negativen Rückmeldungen unterrichtet. Im August habe JD.com Zugang zu seiner europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur zu marktüblichen Konditionen angeboten. Brüssel prüfe den rund 2,5 Mrd. Dollar schweren Deal nach der Verordnung über ausländische Subventionen und werde bis zum 23. Oktober entscheiden.