
Google Ads: KI-Agenten brauchen Leitplanken
Googles neue Agenten versprechen weniger Dashboard-Arbeit. Händler sollten jetzt Rechte, Budgets, Datenqualität und Attribution regeln.

Googles neue Agenten versprechen weniger Dashboard-Arbeit. Händler sollten jetzt Rechte, Budgets, Datenqualität und Attribution regeln.

Alibaba hat mit dem „Accio Sourcing Toolkit“ ein agentisches Plug-in gestartet, das KMU und Solo-Gründer von der Marktanalyse über die Beschaffung bis zur Bestandsüberwachung begleitet, meldet Techinasia.com. Es ergänze die agentische Plattform Accio Work. Kernstück sei die autonome Lieferantenverhandlung: Nutzer legten ihre Anforderungen fest, KI-Agenten handelten anschließend die Konditionen aus und überbrückten dabei auch verschiedene Zeitzonen.

Instacart hat sein Bruttowarenvolumen im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 10,35 Mrd. Dollar gesteigert, meldet Retail-News.de. Der Umsatz sei im gleichen Tempo auf 1,04 Mrd. Dollar geklettert, das Werbegeschäft war mit plus 16 Prozent noch flotter. Der operative Cashflow habe sich auf 493 Mio. Dollar mehr als verdoppelt, die Bestellungen seien um neun Prozent gestiegen. Als erster Lebensmittelpartner docke Instacart zudem an Googles Gemini-KI an.

Airbnb entwickelt neue Funktionen dank KI deutlich schneller, verzichtet im Kundeninterface aber noch auf große Sprünge, berichtet Techcrunch.com. Die Zeit vom Konzept bis zum Launch sei um 60 Prozent gesunken, KI schreibe inzwischen 60 Prozent des Codes. Im Moment teste das Unternehmen eine KI-Suche, die auf natürliche Spracheingabe und visuelle Ergebnisse setze. Der Support-Bot decke über 50 Sprachen ab und löse knapp 45 Prozent der Fälle ohne menschliches Zutun.

Alibaba will von großen kommerziellen Nutzern seines kommenden KI-Modells Qwen3.8-Max einen Teil der damit erzielten Umsätze abschöpfen, berichtet Techinasia.com. Die neuen Konditionen sollen mit dem Start nächste Woche greifen. Bislang liefen viele Qwen-Versionen unter offener Apache-Lizenz. Moonshot verlange bei seinem Modell Kimi K3 ab 20 Mio. Dollar Jahresumsatz bereits bis zu 30 Prozent.

Microsoft ermahnt seine Belegschaft in einem internen Memo, weniger Geld für KI-Tokens zu verbrennen, berichtet Golem.de. Manche Ingenieure gäben monatlich mehrere hundert bis mehrere tausend Dollar aus, zitiere 404 Media aus der E-Mail. „Tokenmaxxing“ sei nicht das Ziel, schreibe dort VP Jay Parikh; künftig behandle man Token-Ausgaben wie jede andere knappe Ressource. Microsoft verdiene mit seinen KI-Produkten selber durch Token-basierte Geschäftsmodelle.

Steigende Lizenz- und Tokenkosten für KI-Dienste binden IT-Budgets und bremsen die Modernisierung, zitiert Golem.de die Lünendonk-Studie 2026. Zwar hätten viele Firmen ihre Etats erhöht, doch die verbrauchsabhängige Abrechnung der KI-Tools verenge den Spielraum. Bedingt durch die maue Konjunktur wären die Unternehmen gezwungen, ihre KI-Investitionen streng auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Als drängendste Probleme hätten die Befragten Cybersicherheit (92 Prozent) und IT-Modernisierung (74 Prozent) genannt.

Perplexitys KI-Einkaufsassistent darf künftig voraussichtlich doch bei Amazon einkaufen, meldet Handelsblatt.com. Ein US-Berufungsgericht hob am Dienstag ein vorläufiges Verbot auf. Amazon werde außerdem mit seiner Klage scheitern, die dem KI-Start-Up Verstöße gegen ein Computerkriminalitätsgesetz vorwirft, so das Gericht. Nicht Perplexity, sondern dessen Nutzer griffen auf die Plattform zu, was keinen unbefugten Zugriff darstelle. Das erste derartige Urteil dürfte die junge KI-Agenten-Branche prägen.

Uber will in den kommenden Jahren zehn Mrd. Dollar in sein Robotaxi-Geschäft stecken, meldet Wiwo.de. Bis Jahresende sollten die fahrerlosen Fahrzeuge in 15 statt bislang sieben Städten rollen. Wichtigster Partner bleibe zwar, wie seit 2023, die Alphabet-Tochter Waymo, doch habe sich die Beziehung abgekühlt. Rückenwind komme aus dem Fußball: Befeuert von der WM sei der Umsatz um zwölf Prozent auf 14,19 Mrd. Dollar gestiegen und der Nettogewinn um 77 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar.

Amazon rüstet seinen Verkäufer-Assistenten mit einer Diagnosefunktion für die Buybox auf, meldet Haendlerbund.de. Händler könnten künftig direkt fragen, warum ihr Angebot nicht hervorgehoben werde. Die KI durchleuchte dafür Preis, Verkäuferleistung und Lagerbestand und benenne Schwachstellen in vier Feldern: Kaufbarkeit, Preisabstand zum Gewinner-Angebot, Liefertempo und regionale Lücken. Bis zu zehn ASINs prüfe der Assistent pro Gespräch und liefere neben der Analyse gleich Optimierungstipps mit.

Der Handelsverband Deutschland lehnt laut Medienmitteilung den Digital Fairness Act und dessen Erweiterung auf den Agentic Commerce ab. Die EU verfüge bereits über ein starkes Verbraucherschutz-Gerüst. Dark Patterns wie Glücksräder oder künstliche Countdowns beeinflussten zwar Menschen, Maschinen dagegen folgten programmierten Abläufen. Wolle der Gesetzgeber Agentic Commerce regulieren, gehöre das in den AI Act oder den DMA.