
RevolutionRace kauft sich aus der Wachstumslücke
Der 65-Mio.-Euro-Zukauf zeigt, wann DTC-Marken an organische Grenzen stoßen. Für Händler wird Portfolio-Management zum Prüfstein.

Der 65-Mio.-Euro-Zukauf zeigt, wann DTC-Marken an organische Grenzen stoßen. Für Händler wird Portfolio-Management zum Prüfstein.

Eine Verbraucherstudie des Konsumkredit-Anbieters Consors Finanz (BNP Paribas) zeichnet die Generation 60+ als kauffreudige, aber preisbewusste Zielgruppe. Für den Handel steckt darin ein demografisch unterfüttertes Potenzial.

Vermarkter stehen zunehmend unter Druck, die KI-Sichtbarkeit belastbar mit Umsatzzahlen zu verknüpfen, berichtet Digiday.com. 73 Prozent hätten zwar in Tools wie Profound, Scrunch oder Semrush investiert, um ihre KI-Sichtbarkeit zu überwachen, doch eine Verbindung zum Umsatz entstehe so nicht. So würden Shopper oft KI-Ergebnisse lesen, aber trotzdem woanders kaufen; kein Tool stelle das Gesamtbild dar. Es bleibe nur die Möglichkeit, eigene Modelle zu entwickeln und sich dabei auf Wahrscheinlichkeiten zu stützen.

Omnichannel-Optiker Mister Spex hat sein bereinigtes Ebitda im ersten Halbjahr um 65 Prozent auf 3,8 Mio. Euro verbessert, meldet Ad-Hoc-News.de. Zeitgleich sei aber der Umsatz um zehn Prozent auf 87,9 Mio. Euro geschrumpft. Ausgerechnet das Online-Geschäft verlor 20 Prozent (52,8 Mio. Euro), während sich die Filialen um zehn Prozent (35,1 Mio. Euro) steigern konnten. Fürs Gesamtjahr erwarte Mister Spex einen Umsatz zwischen minus zehn Prozent und dem Vorjahresniveau.

Etsy hat seinen Umsatz im zweiten Quartal um 6,2 Prozent gesteigert, meldet Digitalcommerce360.com. Die Zahl der aktiven Käufer sei um 350.000 auf rund 87 Mio. gewachsen, auch die wichtige Zahl der Stammkäufer wäre zum ersten Mal seit 2023 wieder gestiegen. Besonders die App, mit einem um 12,5 Prozent höheren Handelsvolumen, habe die Entwicklung befördert. Investitionen in Youtube und Tiktok hätte die Zahl der Besuche von Millennials und Gen Z verfünffacht.

46 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Mexiko halten den Online-Handel für sehr wichtig, nach 37 Prozent im Vorjahr, berichtet Mexicobusiness.news. Der bekannteste Kanal bleibe Mercado Libre mit 87 Prozent, gefolgt von Amazon mit 61 Prozent; Tiktok Shop wäre nur für acht Prozent von Bedeutung. QR-Codes seien in Mexiko der Logistik entwachsen und würden von 40 Prozent der Unternehmen verwendet, um Kunden etwa Nährwerte, Videos oder Zertifikate aufs Smartphone zu pushen.

Bike24 hat laut Pressemitteilung im zweiten Quartal den Umsatz um 20,1 Prozent auf 96,1 Mio. Euro gesteigert. Das bereinigte Ebitda sei um 15,8 Prozent auf 5,9 Mio. Euro geklettert. Trotzdem sei die Bruttomarge leicht auf 27,4 Prozent (von 27,7 Prozent) gesunken, die bereinigte Ebitda-Marge auf 6,1 Prozent (von 6,3 Prozent). Grund seien Investitionen in Marketing und Fulfillment. In der DACH-Region legte man 17,2 Prozent zu, der stärkste Impuls kam, mit 29,7 Prozent, von den nicht deutschsprachigen Online-Shops.

Weil die Shopper auch in Vietnam verstärkt auf ihr Geld achten, verlangsamt sich der Schwung des Online-Handels, berichtet Vietnam.vn. Zwar sei der Bruttowarenwert der vier größten Plattformen im ersten Halbjahr um 19 Prozent gewachsen, doch im Vorjahr seien es noch 23 Prozent gewesen. An der Spitze halte sich Shopee mit 54,5 Prozent, doch Tiktok Shop lege weiter auf 43,4 Prozent zu. Für 68 Prozent der Verbraucher sei der Preis am entscheidendsten, der Qualitätsanspruch sei von 77 auf 52 Prozent gefallen. Besonders sparsam agiere die Generation Z.

Der Schweizer Online-Handel hat im ersten Halbjahr um über elf Prozent zugelegt, während der gesamte Einzelhandel ein Plus von 2,6 Prozent verbuchen konnte, meldet NielsenIQ.com. Die Laune der Verbraucher bleibe, mit minus 36 Punkten, weiterhin gedrückt, die Inflationsrate liege bei 0,5 Prozent. Für 2026 erwarte die Expertengruppe Konjunkturprognosen ein Wachstum von 0,9 Prozent, für 2027 von 1,6 Prozent.

Douglas meldet für das dritte Quartal 987,8 Mio. Euro Umsatz, ein Minus von zwei Prozent; das bereinigte Ebitda schrumpfte sogar um 19,4 Prozent, berichtet Retail-News.de. Auch der Online-Handel des Konzerns verlor ein Prozent, mit regionalen Unterschieden: In DACH und der Niederlande betrug das Minus 4,9 Prozent, in Zentralosteuropa verbuchte man zweistelliges Wachstum. Der wichtigste Lichtblick käme vom Retail-Media-Geschäft, das sich 24 Prozent verbessert habe

Konsumklima im Sinkflug, Online-Umsätze im Plus – zwei Zahlenwelten, die sich zu widersprechen scheinen. Thomas Bausenwein aus dem Etailment-Expertenrat zeigt, warum der rohe Vorjahresvergleich 2026 in die Irre führt: Die Nachfrage bricht nicht weg, sie verschiebt sich.