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Illustration gleich großer Glaspanels symbolisiert faire Behandlung im digitalen Markt
© Black Forest Labs / Flux

Teil 1: Maschinenraum schlägt Showroom: Wo KI im Lebensmittelhandel wirklich Geld verdient

Kassenlose Läden schließen, Prognosesysteme senken messbar Abschriften: Im Lebensmittelhandel rechnet sich KI bislang vor allem im Maschinenraum. Im ersten Teil seines Beitrags zeigt Prof. Dr. Matthias Schu aus dem Etailment.de-Expertenrat, welche KI-Klassen sich belegbar auszahlen – und warum so viele Projekte im Pilotstatus stecken bleiben.

Matthias Schu13.10.269 Min.
Foto: Mitarbeiter scannt ein Retourenpaket in einem sauberen Lager mit Sortierbehälter und Kartonregalen
© OpenAI

Britische Shops lassen Retouren liegen

Wer aus Deutschland bei britischen Online-Shops bestellt und zurückschickt, wartet im Durchschnitt 16 Tage auf sein Geld, zitiert Channelx.world eine Testkauf-Studie von ShopReturns. Keine der 31 Bestellungen an eine deutsche Adresse habe eine echte Gratisretoure geboten, in vier Fällen sei weniger als ein Fünftel des Kaufpreises zurückgeflossen. Die Entfernung sei nicht der Grund: Mancher Händler habe Rücksendungen nach Großbritannien binnen vier Tagen erstattet, ein Konzern mit drei Marken und Lager in den Niederlanden dagegen nach sechs Wochen. Es hapere schlicht an der Bearbeitung im Lager.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Lagerarbeiter scannt Kartons auf einer Palette in einem sauberen Elektroniklager
© OpenAI

Ceconomy & JD.com: Wien gibt grünes Licht

Österreichs Wirtschaftsministerium hat die Übernahme der MediaMarkt-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Konzern JD.com genehmigt, berichtet ORF.at. Die Investitionskontrolle knüpfe ihr „Ja“ aber an Auflagen zu Daten, Lieferketten und sicherheitsrelevanten Personalentscheidungen. MediaMarkt betreibe in Österreich 56 Märkte mit rund 2.400 Beschäftigten und habe im Geschäftsjahr 2025/26 rund 1,3 Mrd. Euro umgesetzt. Offen bleibt das Urteil aus Brüssel: Die EU-Kommission wolle bis zum 4. November entscheiden.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Person vergleicht eine grüne Jacke aus einem Paket mit einem unscharfen Smartphonebild.
© OpenAI

KI schraubt Erwartungen zu hoch

KI-Suche beeinflusst bereits 42 Prozent der digitalen Ausgaben britischer Verbraucher, zitiert Channelx.world eine Umfrage der MACH Alliance. Der Haken: Mehr als jeder Zweite finde, dass KI seine Erwartungen schon vor dem Kauf zu hoch schraube. Die Mehrheit halte KI-Bilder für zu perfekt, sodass die „echte“ gelieferte Ware nicht mithalten könne. 45 Prozent sagten, deshalb eher zu retournieren; in der Gen Z liege der Anteil bei 53 Prozent.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Lagerarbeiter scannt ein Paket auf einem Rollwagen zwischen Regalen in einem sauberen Warenlager
© OpenAI

E-Commerce-Logistik wächst nur noch einstellig

Die E-Commerce-Logistik schaltet einen Gang zurück: Ihr weltweiter Umsatz soll 2026 um 6,2 Prozent auf knapp 618 Mrd. Euro steigen, zitiert Trans.info einen Bericht von Transport Intelligence. Von 2022 bis 2025 seien es jährlich noch über 13 Prozent gewesen. Als Bremsen nennt der Bericht den gemächlicheren Online-Handel und das Ende der Zollfreigrenzen in den USA und der EU. Die Luftfracht von Hongkong nach Europa sei im Juli wochenweise um bis zu 24 Prozent gesunken. Mancher Anbieter aus Asien baue vorsorglich Lager in Europa auf.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Person auf Sofa schaut auf Smartphone neben Holztisch, gefalteten Textilien und Karton
© OpenAI

Ikea verkauft bei Tiktoks chinesischer Schwester

Ikea hat einen eigenen Shop auf Douyin eröffnet, der chinesischen Schwesterplattform von Tiktok, heißt es in einer Pressemitteilung von Ingka, dem größten Ikea-Franchisenehmer. Der Shop umfasse mehr als 6.500 Produkte aus 179 Kategorien und liefere in 301 Städte. Ikea wolle Kunden so beim Stöbern nach Wohnideen erreichen, bevor sie einen Kauf überhaupt planen. Der Kanal ergänze Filialen, Website, App und WeChat. China gelte dem Konzern als Versuchsfeld für verändertes Einkaufsverhalten.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Person plant am Küchentisch eine Reise mit Karte, Checkliste und Laptop im Hintergrund
© OpenAI

KI darf Reisen planen, aber nicht buchen

Für die Reiseplanung nutzen viele Konsumenten KI, die Buchung vertrauen sie ihr aber kaum an, zeigt eine Studie von McKinsey und Skift. Zwar lassen sich 71 Prozent von KI-Tools erste Ideen und Routen liefern, doch nur eine kleine Minderheit wolle ihnen auch die Buchung überlassen. Mehr als die Hälfte bestehe darauf, alle Details selbst zu prüfen. Und die Bestätigung beende die Suche selten: 78 Prozent recherchierten danach weiter. 51 Prozent hätten schon einmal eine Unterkunft storniert, etwa weil in sozialen Netzwerken ein attraktiveres Angebot aufgetaucht sei.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Person kauft an einem Laptop ein, daneben liegen eine Karte und ein kleines Produktpaket auf sauberem Tisch
© Black Forest Labs / Flux

HDE: KI poliert Fake-Shops auf

Betrügerische Online-Shops sehen immer öfter täuschend echt aus, warnt der Handelsverband Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalprävention helfe Künstliche Intelligenz den Betrügern zunehmend, in kurzer Zeit Shops mit sauberem Layout, fehlerfreien AGB und gefälschtem Impressum hochzuziehen. Holpriges Deutsch tauge damit ebenso wenig als Warnsignal wie schiefes Design. Der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen habe im Frühjahr bereits den 100.000. Betrugsshop registriert. Das schade nicht nur geprellten Kunden, sondern untergrabe auch das Vertrauen in den gesamten Online-Handel.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Person fotografiert einen Holzstuhl in heller Wohnung für ein Online-Inserat.
© Black Forest Labs / Flux

Ikeas Gebrauchtbörse startet in Deutschland

Ikea öffnet seinen Second-Hand-Marktplatz für private Verkäufer in Deutschland, Großbritannien und Irland, berichtet Ecommercenews.eu. Die Plattform startete 2024 als Pilot in Spanien und Norwegen und ist nun in neun Ländern aktiv. Bis Ende August habe sie laut Unternehmen 15 Mio. Besuche und 95.700 Inserate gesammelt. Gut ein Viertel der Nutzer sei dabei als neues oder reaktiviertes Mitglied zum Kundenprogramm Ikea Family gestoßen, dessen Mitglieder kostenlos inserieren dürfen.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Person misst an einem sauberen Packtisch einen Karton neben Unterlagen und Verpackungsmaterial.
© Black Forest Labs / Flux

Böttcher sagt Expansion wegen PPWR ab

Die Böttcher AG, Online-Händler für Geschäftskunden aus Zöllnitz bei Jena, streicht ihre Europa-Expansion samt den geplanten Markteintritt in Österreich, berichtet Packaging-Journal.de. Steuern, Energiekosten und Bürokratie seien schon länger eine Last, den Ausschlag gebe aber die EU-Verpackungsverordnung PPWR: Der Aufwand für Registrierung, Meldung, Dokumentation und Entsorgung falle in jedem neuen Land erneut an. Das sei bei mehr als 250.000 Artikeln eine zu große Bürde. Nach eigener Rechnung verzichte der Bürobedarfsspezialist damit auf bis zu 500 Mio. Euro Jahresumsatz.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Mitarbeiter legt Paket und Briefstapel auf eine Waage an einem modernen Postschalter
© Black Forest Labs / Flux

Porto 2027: Netzagentur gibt der Post zweistelligen Spielraum

Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post für 2027 und 2028 Preiserhöhungen von bis zu 10,72 Prozent bei Paketen erlauben, berichtet Golem.de. Vor zwei Jahren habe der Spielraum noch bei 7,21 Prozent gelegen. Für Briefe und Geschäftskunden-Post sehe der Entwurf sogar 20,35 Prozent vor, fast doppelt so hoch wie der bisherige Höchstwert von 2025. Verteile die Post den Aufschlag gleichmäßig, koste ein Standardbrief ab Januar 1,14 Euro statt 95 Cent. Bisher habe die Post solche Spielräume stets voll genutzt.

Redaktion13.10.262 Min.
Foto: Person hält ein helles Kleid über einem offenen Paket mit Kleidung auf einem sauberen Tisch.
© Black Forest Labs / Flux

UK: Shein lässt Asos hinter sich

Shein hat seinen Umsatz in Großbritannien 2025 um 26 Prozent auf 2,58 Mrd. Pfund gesteigert, berichtet Drapersonline.com. Damit liege der Fast-Fashion-Händler knapp vor Asos mit 2,46 Mrd. Pfund. Die Asos-Zahl umfasse allerdings auch das Auslandsgeschäft und beziehe sich auf das Geschäftsjahr bis Ende August. Sheins britischer Betriebsgewinn sei um 28 Prozent auf 39,1 Mio. Pfund geklettert.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Caféperson legt ein Croissant in eine Papierbox, daneben filmt ein Smartphone auf einem Ständer.
© Black Forest Labs / Flux

Tiktok sieht sich als US-Jobmotor

Tiktok hat 2025 rund 81 Mrd. Dollar zur US-Wirtschaftsleistung beigetragen, zitiert Retail-News.de eine Studie im Auftrag der Plattform. Rechnerisch sichere die App 410.000 Arbeitsplätze. Vom Feed an die Ladentheke: Die Studie zählt 27 Mio. Amerikaner, die erstmals ein lokales Geschäft, Café oder Restaurant besuchten, weil sie es in einem Video entdeckt hatten. Dort hätten sie 4,7 Mrd. Dollar ausgegeben. 1,8 Mio. Amerikaner würden über Tiktok verkaufen. 76 Prozent der befragten Betriebe hielten die Plattform für „überlebenswichtig“.

Redaktion13.10.263 Min.
Foto: Person packt in heller Küche Lebensmittel und Papiertüten aus einem Versandkarton aus
© OpenAI

Schwedens Online-Handel wächst acht Prozent

Schwedens Online-Händler haben im zweiten Quartal acht Prozent mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum, berichtet Ecommercenews.eu. Alle Sektoren seien gewachsen, Apotheken mit 13 Prozent am stärksten, Lebensmittel und Unterhaltungselektronik mit je zehn Prozent. Ausgerechnet im Heimatland des Billy-Regals wachse das Segment Möbel und Einrichtung mit vier Prozent nur halb so schnell wie der Gesamtmarkt.

Redaktion12.10.263 Min.
Foto: Mann vergleicht am Smartphone Angebote neben Pullover und Kopfhörerbox auf einem hellen Tisch
© OpenAI

Prime Big Deal Days: US-Kunden geben fast zehn Mrd. Dollar aus

Während Amazons zweitägiger Prime Big Deal Days haben Konsumenten in den USA online 9,86 Mrd. Dollar ausgegeben, zitiert Retaildive.com Daten von Adobe. Die Summe umfasse alle US-Händler, nicht nur Amazon. Der Nachlass auf den Listenpreis habe bei höchstens 20 Prozent gelegen. Bei Computern, Fernsehern, Spielzeug und Mode habe das Rabattniveau auch viele Käufer zum Griff ins höhere Preisregal gelockt. 52 Prozent des Umsatzes, 5,1 Mrd. Dollar, seien über Mobilgeräte geflossen.

Redaktion12.10.263 Min.
Foto: Geschäftsinhaberin steckt eine Karte an einen Wandplaner neben Laptop, Paketen und Produktregalen.
© OpenAI

Kleine US-Firmen mit KI planen eher Neueinstellungen

Kleine US-Firmen, die KI einsetzen, blicken zuversichtlicher auf ihre Personal- und Umsatzentwicklung als der Rest, zitiert Techradar.com eine Studie der New York Fed. Fast die Hälfte setze bereits KI ein, aber nur jede zweite dieser Firmen habe sie fest in die Abläufe eingebaut. Der Saldo der Einstellungserwartungen erreiche bei KI-Nutzern 33 Prozentpunkte, bei Nicht-Nutzern 15. Die KI-Fraktion rechne zwar eher mit mehr Umsatz, wirklich gesteigert wurde er aber erst bei knapp einem Drittel.

Redaktion12.10.262 Min.
Foto: Mann stapelt zwei Kartons auf einem Küchentisch neben Kleidung und hält ein Smartphone.
© OpenAI

Beliebtheit: Ebay und Temu ringen um die Silbermedaille

Im Ranking der beliebtesten deutschen Online-Shops liegt Amazon weit vorn: Drei von vier Befragten zwischen 18 und 64 Jahren haben binnen eines Jahres dort bestellt, zitiert Winfuture.de eine Umfrage von Statista. Dahinter liefere sich Ebay mit 32 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Temu, das auf 31 Prozent komme. Otto folge mit 21 Prozent, knapp vor Zalando, H&M und MediaMarkt. Bis 2029 solle die Zahl der Online-Käufer um 4,1 Mio. auf den Rekordwert von rund 51,8 Mio. klettern.

Redaktion12.10.263 Min.
Foto: Lageraufsicht prüft Unterlagen an einer sauberen Laderampe mit Paletten und Hubwagen im Hintergrund
© OpenAI

Acht Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen

Die deutschen Amtsgerichte haben im Juli 2.373 Unternehmensinsolvenzen registriert, acht Prozent mehr als im Vorjahresmonat, meldet das Statistische Bundesamt. Die Zahlen hinken den Anträgen oft rund drei Monate hinterher. Von Januar bis Juli zählten die Gerichte 15.185 Fälle, ein Plus von 6,9 Prozent. Die Forderungen der Gläubiger schrumpften von 31,8 auf 21,9 Mrd. Euro, weil weniger wirtschaftlich gewichtige Unternehmen strauchelten. Verbraucherinsolvenzen sanken im Juli um 5,9 Prozent auf 7.111, seit Januar liegen sie ein Prozent über dem Vorjahr.

Redaktion12.10.263 Min.

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